Stefan Pietralla, der flinke Indianer
zuletzt aktualisiert: 02.11.2009Während ATV-Trainer Burkhard Heesen im Gespräch mit unserer Zeitung den Gründen für die Niederlage nachspürte, hockte ein paar Meter von ihm entfernt Stefan Pietralla und guckte mit leeren Augen mittelgroße Löcher in den Boden der Sporthalle. Der 24-Jährige hatte die Auswechselbank alleine für sich. Doch auch wenn es anders gewesen wäre, auf den Austausch selbst nur kurzer Gesprächsfetzen wird er in dem Moment keine Lust verspürt haben.
Stefan Pietralla war nach dem Ausfall von Lars Wittwer und den damit verbundenen Umbaumaßnahmen zur Speerspitze der Aldekerker Abwehr geworden. Trainer Heesen wird vermutlich nicht lange überlegt haben, seinem beweglichsten Spieler diese Aufgabe zu übertragen, die dieser in der vergangenen Saison schon hervorragend ausgefüllt hatte. Und weil sich der etatmäßige Linksaußen des ATV derzeit in einer ausgezeichneten Verfassung befindet und überdies selbstbewusst und erfahren genug ist, Verantwortung auch mit Erfolg zu tragen, hat er aus dieser Position eine Menge gemacht. Besonders in der Phase des Spiels, als seine Mannschaft nahe daran war, die Partie zu ihren Gunsten zu kippen. Da durchkreuzte Pietralla als flinker Indianer vor der Abwehr den auf Nijaz Cickusic abgestimmten Spielaufbau der Remscheider nahezu perfekt. Und übernahm zudem noch die Rolle des besten Torschützen seines Teams. Die ATV-Anhänger gerieten fast aus dem Häuschen, als ihre Nummer 19 nach einem schnellen Gegenstoß den Remscheider Munkel förmlich austanzte und auf 10:11 verkürzte.
Das alles wird Pietralla womöglich durch den Kopf gegangen sein, als er da einsam auf der Holzbank saß und die Enttäuschung über die Niederlage verarbeitete.
REINHARD PÖSEL
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