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Fußball: Straelenerin trainiert Schweiz

VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012

Fußball (RP). Martina Voss-Tecklenburg wird neue Nationaltrainerin der Schweizer Fußballerinnen. Noch dazu übernimmt sie die Leitung des Ausbildungszentrums für Mädchenfußball. "Das ist eine Ehre für mich", sagt sie.

Info

Zur Person

Geboren am 22. Dezember 1967 in Duisburg

Vereine als Spielerin KBC Duisburg, TSV Siegen, FCR Duisburg.

Erfolge sechs Deutsche Meisterschaften, viermal DFB-Pokal, dreimal Deutschlands Fußballerin des Jahres. Die Mittelfeldspielerin bestritt 125 Länderspiele. Zu den großen Erfolgen zählen der Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft 1995 sowie der vier Europameisterschaften 1989, 1991, 1995 und 1997.

Stationen als Trainerin SV Straelen, FCR Duisburg, USV Jena

Für den Frauenfußball war es die Nachricht des gestrigen Tages. Martina Voss-Tecklenburg wird künftig die Nationalmannschaft der Schweiz trainieren. Die Straelenerin löste dafür gestern morgen ihren Vertrag mit dem Frauenfußball-Bundesligisten USV Jena auf und wechselt am 5. Februar zum Schweizerischen Fußball-Verband (SFV). Dort wird sie die Nachfolge der Ende 2011 zurückgetretenen Béatrice von Siebenthal antreten und ab 1. August auch die Leitung der Credit Suisse Academy für Mädchenfußball übernehmen.

"Das ist eine tolle und verantwortungsvolle Aufgabe, auf die ich mich wirklich sehr freue", sagte Voss-Tecklenburg gestern der RP, kurz nach dem sie der Mannschaft ihren Abschied erklärt hatte.

Emotionaler Abschied

Die 44-Jährige hatte ihr Team am Morgen noch einmal zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen, wo sie sich persönlich von Spielerinnen und Trainerstab verabschiedete. "Ich wollte nicht einfach so tschüss sagen", erklärte Voss-Tecklenburg spürbar ergriffen, die erst im Sommer 2011 zum Bundesliga-Aufsteiger gewechselt war. "Das ist kein Abschied, der mir leicht fällt", fügte die Fußballlehrerin an. "Ich hatte herausragende sieben Monate in Jena. Die Mädels und Leute im Umfeld sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich wünsche dem Team nur das Beste. In sofern ist dieser Schritt für mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden." Wenngleich die 44-Jährige betont, "dass diese Berufung ins Nationalteam eine spannende und ehrenvolle Aufgabe ist, die mich sehr sehr stolz macht. Das ist eine Chance, die man nicht alltäglich bekommt."

Möglich wurde diese "sportliche Beförderung" dank einer Ausstiegsklausel im Vertrag im Fall eines Wechsels zu einem Nationalteam. In der Schweiz wird Voss-Tecklenburg nun das weibliche Pendant zum ehemaligen Trainer von Bayern München, Ottmar Hitzfeld. Dort soll sie die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs voranbringen. So, wie sie es auch in Deutschland getan hat. Sei es als Spielerin oder Trainerin.

Voss-Tecklenburg, die ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegen wird, bestritt 125 Länderspiele im DFB-Trikot, wurde viermal Europameisterin und 1995 Vizeweltmeisterin. Zudem wurde die Mutter einer Tochter dreimal zur deutschen Fußballerin des Jahres gewählt.

Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn hat sie ihren ausgeprägten Fußball-Sachverstand nahtlos in ihre Arbeit als Trainerin einfließen lassen. Das ist nicht immer selbstverständlich, aber Voss-Tecklenburg, die auch beim damaligen Männer-Oberligisten SV Straelen an der Seitenlinie stand, hat diesen Übergang erfolgreich gemeistert. Als Trainerin des FCR Duisburg gewann sie 2009 den Uefa-Cup und 2010 das DFB-Pokalfinale, ehe sie nach dem Rauswurf in Duisburg bei USV Jena unterschrieb. Dort übernahm sie im vergangenen Jahr einen Aufsteiger, den sie nun auf Rang neun mit einem Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge verlässt.

Nun also der nächste Karriereschritt der Trainerin, die fortan die internationale Fußball-Bühne betritt. In den nächsten Wochen will sie ihr Team kennenlernen und sich ein genaues Bild vom Fußball und seinen Strukturen in der Schweiz machen. Erste Bewährungsprobe ist der Zypern-Cup Ende Februar. Danach stehen zwei Spiele in der EM-Qualifikation an: gegen die Türkei und Deutschland.

Ausgerechnet möchte man sagen. Für die ehrgeizige Martina Voss-Tecklenburg ist das aber eher ein Ansporn. Vielleicht setzt sie dann ihr nächstes Ausrufezeichen.

Quelle: RP


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