SV Straelen: Streit ums Clubhaus
VON MARKUS HAEGERT - zuletzt aktualisiert: 22.10.2008Weil er den Raum ungefragt renovieren ließ, geriet der zweite Vorsitzende Peter Delbeck zuerst mit Jugendleiter Herbert Lampey und schließlich mit dem Vorsitzenden Hermann Tecklenburg aneinander. Jetzt ist er zurückgetreten.
Peter Delbeck ist als zweiter Vorsitzender des SV Straelen zurückgetreten. Als Grund für den plötzlichen Schritt nach 42 Jahren Vorstandsarbeit nennt er Hermann Tecklenburg. Vorausgegangen waren ein Streit mit dem Vereinsvorsitzenden über die Arbeit des Fördervereins, dem Delbeck vorsitzt, sowie Unstimmigkeiten beim Umbau des Clubhauses.
Jugendleiter Herbert Lampey fühlte sich übergangen, als er aus dem Sommerurlaub zurückkehrte und den Raum ohne vorherige Absprache renoviert und einen Großteil der zuvor ausgestellten Fußball-Pokale in Kisten verpackt sah. Darüber geriet Lampey mit Peter Delbeck in Streit. Der hatte grünes Licht für den Umbau gegeben. Schließlich habe der Förderverein das im städtischen Eigentum befindliche Clubhaus vom Hauptverein gemietet. „Ein Mietvertrag ist mir nicht bekannt“, sagt allerdings Hermann Tecklenburg. Er stellte sich auf die Seite Herbert Lampeys, der den Raum als Jugendraum für sich beansprucht.
Neuwahl
Erst im Mai wurde der geschäftsführende Vorstand des SV Straelen gewählt. Nun soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden, um den vakanten Vorstandsposten neu zu besetzen. Ein Termin steht noch nicht fest. Bis dahin übernehmen Clemens Pellens und Ekkehard Friedrich die anfallenden Aufgaben.
Eklat in der Vorstandssitzung
Zum Eklat zwischen Tecklenburg und Delbeck soll es dann in der Vorstandssitzung am 18. September gekommen sein. „Tecklenburg warf mir vor, ihn belogen zu haben. Dann drohte er mir, mich fertig zu machen.“ Das wolle er sich nicht bieten lassen, so Delbeck.
Der Vorsitzende warf seinem Stellvertreter vor, ihm – bewusst oder unbewusst – vorenthalten zu haben, dass er als Vereinsvorsitzender automatisch dem Vorstand des Fördervereins angehöre. Das habe er erst durch einen Blick in die Satzung unter Paragraf Acht erfahren. Entscheidungen seien demnach drei Jahre lang an ihm vorbeigegangen. „Das ist äußerst peinlich“, so Tecklenburg in Delbecks Richtung. Der wiederum sagt: „Tecklenburg hat sich noch nie um den Förderverein gekümmert.“ Es habe in der jüngeren Vergangenheit auch keine Hauptversammlung gegeben; und dem geschäftsführenden Vorstand gehöre Tecklenburg, im Gegensatz zu Hans Dietze und Thomas van den Bongard, eben nicht an.
Geld für die „Zweite“ nutzen
Hermann Tecklenburgs Interesse am Förderverein liegt im Sportlichen begründet: Die Finanzierung der zweiten Mannschaft ist nach dem Aufstieg in die Niederrheinliga nicht mehr allein durch die bestehende Werbeagentur gesichert. Der Vorsitzende räumt ein, Einnahmen des Fördervereins aus dem Clubhaus-Betrieb dafür nutzen zu wollen. „Der Förderverein ist nicht nur für Fußball da“, sagt Peter Delbeck, „sondern für alle Abteilungen.“
Welche Stimmung derzeit an der Römerstraße herrscht, beschreibt der stellvertretende Vorsitzende Clemens Pellens so: „Es gibt Spannungen, da gibt es nichts zu beschönigen.“ Er versucht noch die Wogen zu glätten: „Es gibt keine Probleme, die man nicht durch Gespräche ausräumen könnte.“ Der Ehrenvorsitzende Hans Dietze meint dagegen: „Die Karre ist verfahren, da ist nichts mehr zu vermitteln.“ Hermann Tecklenburg fordert inzwischen auch Peter Delbecks Rücktritt als Vorsitzender des Fördervereins.
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