Fußball: SVS-Jugend stellt sich neu auf
VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 12:12Die Fußballabteilung des SV Straelen wird zur kommenden Saison die Zuständigkeiten seiner Jugendtrainer verändern. Individuellere Sichtungsmaßnahmen sollen zudem zur Verbesserung der Nachwuchsteams beitragen.
Die sportliche Situation der Straelener Nachwuchsteams ist schnell zusammengefasst. Die B- und C-Junioren gehören der Niederrheinliga an, die höchste Jugendspielklasse auf Verbandsebene, A-, C2- und D-Junioren spielen darunter in der Leistungsklasse und ab der D2-Jugend – plus die A2-Junioren – kicken die Kinder und Jugendlichen in der Kreisklasse beziehungsweise Kreisliga.
Das mag für viele Vereine eine komfortable Situation darstellen, die einige nur allzu gerne hätten. Doch in Straelen sorgt man sich um die Zukunft des Nachwuchses. Dass ein Verein wie der SVS, der seit Jahren dem Talentförderungsprogramm Fußball angehört und in diesem Fall ebenso erfolgreich mit Schulen zusammenarbeitet, mit bloß zwei Mannschaften in der Niederrheinliga vertreten ist, "das kann nicht unser Anspruch sein", sagt Jugendleiter Horst Kucharz. Noch dazu, wo die C-Jugend als Letzter kaum mehr Chancen auf den Klassenerhalt hat und "ein Abstieg jahrelange Arbeit über den Haufen wirft", fügt Trainer Bernd Janhsen an. "Die nachfolgende Generation badet die Folgen mit aus."
Das Trainerteam
Trainer
A 1 und A2 sind offen
B1 Bernd Janhsen
B 2 Elmar Weyers
C 1 Sebastian Clarke, Toni Pütz
C 2 Theo Behet
Torwart-Trainer Corny Schmidt
D1 und D 2 sind noch offen
Kontakt
Horst Kucharz 0173 9769779
Bernd Janhsen 0160 99451219
Schuld sei daran auch die Satzung des Verbandes. Diese sieht vor, dass keine zwei Teams eines Vereins zeitgleich in einer Liga spielen dürfen, auch wenn sich etwa der jüngere Jahrgang sportlich dafür qualifizieren würde. Die A-Junioren können ein Lied davon singen. Die A2 spielt aktuell zwangsweise Kreisliga, weil die A1 vergangene Saison in die Leistungsklasse abstieg und dort nur für ein Team Platz ist. "Die logische Konsequenz ist, dass gute Spieler den Verein verlassen, weil sie sich unterfordert fühlen", sagt Jugendobmann Herbert Lampey. "In diesem Fall fragt man sich schon, warum man sich die Mühe macht, jahrelang Jugendliche auszubilden."
Ziel soll es daher sein, wieder die Qualität zu besitzen, dauerhaft in allen möglichen Jahrgängen zur Niederrheinliga zu gehören und sich sportlich direkt zu qualifizieren. "Wir müssen also alles daran setzen, dass die C-Junioren wieder zurückkehren." Nur so könne man einen adäquaten Unterbau für die erste und zweite Mannschaft – aktuell Niederrheinliga und Landesliga – stellen. Das heißt, gute Spieler auch langfristig im Verein halten, ohne sie mangels sportlichem Anreiz zu verlieren. Doch allein mit Spielern aus Straelen ist das kaum möglich. Ein solches Konzept kann nur greifen, wenn man sich auch die Ausbildung junger Spieler in den umliegenden Vereinen zu nutzen macht. Die Einen mögen das Abwerben nennen, Vereine wie der SVS sehe ihre Aufgabe darin, Spieler auf leistungsstärkerer Ebene zu fördern.
Entsprechend soll die Jugendförderung forciert werden. In Zukunft sollen ständig interessierte Fußballer die Möglichkeit erhalten, mit entsprechender Trainingsbescheinigung ihrer Klubs zu einer individuellen Sichtung vorbeizukommen. "Wir wollen früher damit anfangen, gezielt Spieler zu sichten", sagt Janhsen. "Um langfristig Niederrheinliga spielen zu können, ist es wichtig, dass gerade der jüngere Jahrgang darauf vorbereitet wird."
Dazu ändern sich die Zuständigkeiten der Trainer. Sebastian Clarke wird in der kommenden Saison nicht mehr die B-, sondern zusammen mit Toni Pütz die C-Junioren trainieren. Bernd Janhsen rückt dafür in die B-Jugend auf. Unklar ist noch, wer A-Jugend-Coach wird. Horst Kucharz versichert, bald seine Kandidaten zu präsentieren. "Wir wollen früh klare Verhältnisse schaffen", sagt er. "Die Jungen sollen wissen, mit wem sie es zu tun haben werden."
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