Aus den Vereinen: TTC Geldern-Veert wird 60 Jahre
VON NORBERT HEMMERSBACH - zuletzt aktualisiert: 15.07.2011Aus den Vereinen (RP). Aus einem kleinen Verein ist im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte ein großer geworden, der längst nicht mehr nur Tischtennisspieler beherbergt. Inzwischen fühlen sich im TTC auch Kampfsportler, Cheerleader oder Schachspieler heimisch. Gefeiert wird am 24. Juli.
Kein Mensch, der mit den Geschicken des TTC Blau-Weiß Geldern-Veert vertraut ist, wird sich sonderlich wundern, dass der Gründungsakt dieses Vereins vor 60 Jahren etwa so verlief: verwickelt, aber mit einem guten Ende. Genau genommen wurde der Tischtennisverein nämlich zweimal gegründet.
Verbürgt ist, dass die Vorstände des TTC Geldern und des TTC Veert im Jahr 1968 auf einer Versammlung zusammengefunden haben und den Namen änderten. Fortan war nur noch vom TTC Geldern-Veert die Rede. Das beeindruckte auch den verstorbenen Bürgermeister Paul Heßler, der diese Entscheidung begrüßte. Des weiteren, fügte er damals hinzu, ist es in Geldern "die einzige Fusion, die was gebracht hat". Es hat sich also kein Rechenfehler eingeschlichen, wenn die Chronik zum 60-jährigen Bestehen bereits 1950 beginnt.
Zahlen und Fakten
Gegründet 1950 Vereinsfarben blau-weiß Vorsitzende Helmut Baues (1968 – 1988) Matthias Hansen (1988 – 1990) Alfred Mehnert (1990 – 1992) Dieter Köhne (1992 – 1994) Michael Albers (1994 – 1996) Ernst Nohn (1996 – 2000) Annemarie Falkowski (2000 – 2001) Eugen Brück 2001 Größter sportlicher Erfolg: Aufstieg der ersten Frauenmannschaft in die Oberliga
Erste Spielorte waren Gaststätten
Verständlich, dass man sich in den Anfangsjahren in Gaststätten zum Training traf, und es ist zu vermuten, dass die erst umgestaltet werden mussten, damit die Spiele überhaupt stattfinden konnten. Die Gaststätte mit dem unverdächtigen Namen "Lankes" und das Lokal "Rademacher" fassten die Vorstandsmitglieder zunächst ins Auge. Dort war ihr erstes Zuhause. Natürlich freuten sich die Sportler, als sie sich danach in den Lindenstuben sportlich austoben konnten. Das passte verständlicherweise auch Willi Groterhorst in den Kram, der in seiner Gaststätte etwas mehr Platz zur Verfügung stellen konnte.
Zuhause war für die Tischtennis spielenden Sportler aber vor allem der Verein, das Team, die Mannschaft. In diesen Zeiten waren beim TTC übrigens viele Suchende unterwegs: Die Spielerinnen und Spieler suchten zum Beispiel den Weg in die höhere Liga, obwohl es keine Antrittsprämien für die Einzelsiege gab. Der Verein suchte ein neues Vereinslokal, um den kleinen Ball an mehr Tischen übers Netz zu spielen, und der Vorstand suchte neue Ideen für eine Mitgliederwerbung, wobei ihr Blick weit über die Tischtennisplatten hinaus ging.
Dennoch zählte der TTC Geldern-Veert trotzdem nur wenig Mitglieder. Deshalb fasste der Vorsitzende Eugen Brück schließlich den Entschluss, auch andere Sportarten anzubieten. Zuerst lockte er Hobbyspieler in den Verein. Die jammerten wenig und spielten viel in der Turnhalle "An der Landwehr".
Deren Abteilung wurde auch schnell größer. Als Brück spitzbekam, dass Schachspieler einen Verein gründen wollten, endete der Aufruf in einer Gründungsversammlung. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, da entschied sich eine respektable Anzahl von Männern im Café Biesenbach für eine Mitgliedschaft beim TTC: Eugen Brück hatte wieder eine neue Abteilung ins Leben gerufen – ohne indes den Tischtennissport, der seine große Liebe ist, zu vernachlässigen.
Was muss ein Sportverein auf der Palette haben, damit er erfolgreich sein kann? Da gibt es eigentlich kein Muster. Der TTC Geldern-Veert hat eine Antwort scheinbar aber gefunden. Der vor ein paar Jahren kleine Tischtennisverein zählt heute über 500 Mitglieder, nachdem er Kendo, Ju-Jutsu, Skateboarding und seit geraumer Zeit auch die Möglichkeit fürs Cheerleading anbietet. Mehr hat Eugen Brück derzeit (noch) nicht ins Auge gefasst. Alles andere ist nur ein Gerücht und wäre eine Überraschung zum Jubiläumsfest.
Ja, und dann gibt es beim TTC Geldern-Veert noch eine Dame, die die Vereinsgründung vor sechzig Jahren und später auch die Entwicklung des Vereins am Vorstandstisch mitgestaltete. Sie feiert in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag, versteht immer noch einigen Spaß und ist dabei trotzdem souverän, eben eine Dame – aber bevor sie Freunde und Bekannte einlädt, feiert erst einmal ihr Verein einen runden Geburtstag.
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