Reiten: Wetten als „kleines Aachen“
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Am Wochenende steigt das alljährliche Reit- und Springturnier auf der Anlage des Reitervereins von Bredow. Rund 400 Reiter werden erwartet, im Fokus steht besonders der Nachwuchs. Höhepunkt ist der „Große Preis von Wetten“.
Am Sonntag steht in Wetten wieder das Dorfleben still – oder verlagert sich vielmehr auf die Reitanlage. „Sogar der Stammtisch aus der Dorfkneipe spielt seinen Doppelkopf dann bei uns im Kaffee-und-Kuchen-Zelt, wie es schon Tradition hat“, sagt Gottfried Mevissen.
Der Vorsitzende des Reitervereins von Bredow freut sich auf das jährlich stattfindende Reit- und Springturnier, zu dem am Wochenende 400 Reiter und zwischen 400 und 600 Pferde erwartet werden.
„Mittelschwere“ Prüfung
36 Reitturniere gibt es mittlerweile im Kreis Kleve – die Wettener Prüfung sei dabei als „mittelschwer“ einzustufen, sagt Mevissen. Eine große Bandbreite vom ländlichen Amateur- bis hin zum Kaderreiter sei zu erwarten, hauptsächlich aus den Kreisen Kleve und Wesel. 1100 Starts in 26 Prüfungen auf dem Springplatz und in der Reithalle sind zwischen Samstag, 8 Uhr, und Sonntag abend, wenn gegen 17.15 Uhr der abschließende „Große Preis von Wetten“ steigt, das M- Springen mit Stechen, vorgesehen. Zu gewinnen gibt es eine Decke und einen Preis in Höhe von 350 Euro.
Der Verein
Gründung Im Jahre 1920 waren es 14 junge Reitsport-begeisterte Ur-Wettener, die den Reiterverein von Bredow aus der Taufe hoben. Noch heute sind es deren Kinder oder Enkel, die den Verein führen oder ihm angehören.
Historie Nach einer kleinen Talfahrt in den 60-er Jahren kam vor allem mit dem Turnier- und Übungsplatz, der 1984 gebaut wurde, der Aufschwung. 1992 eröffnete der Verein direkt am Turnierplatz die mit viel Eigenleistung gebaute Reithalle.
Besonders für Nachwuchsreiter und -pferde eigne sich das Turnier als Bühne, sagt Mevissen, der seit sieben Jahren die Organisation der Veranstaltung in seinen Händen hält. „Das hat hier bei uns einen hohen Stellenwert.“ Er schätze, dass 20 Prozent der Pferde und bis zu 50 Prozent der Reiter aus dem Nachwuchsbereich kommen.
Die Organisation erfordere einen immensen Aufwand, sagt Mevissen. „Im Prinzip fängt man schon am Montag danach an, für das kommende Jahr alles vorzubereiten.“ Dafür sei es erforderlich, dass alle 200 Vereinsmitglieder an einem Strang ziehen – überhaupt seien Reitverein und Dorfgemeinschaft gut ineinander verzahnt. Ebenso wichtig sei, dass die über 60 Sponsoren das Ihrige dazutun. Besonderer Anreiz: Bei der Tombola gibt es am Sonntagnachmittag wieder einen außergewöhnlichen Preis zu gewinnen, nämlich ein Pony. Ein Los kostet 50 Cent.
Seit Jahrzehnten ist die sommerliche Pferdeleistungsschau fester Bestandteil des Turnierkalenders, 2006 wurden in diesem Rahmen sogar einmalig die Kreismeisterschaften in Dressur und Springen ausgerichtet. Der Vereinsvorsitzende ist guter Dinge, dass auch in diesem Jahr die Besucher wieder zuhauf auf die Anlage strömen dürften – gutes Wetter vorausgesetzt. Der Eintritt ist frei, die beste Stimmung sei am Sonntagmittag zu erwarten. „Wir wollen unserem Spitznamen wieder gerecht werden“, sagt Mevissen. „Man bezeichnet uns hin und wieder als das ,kleine Aachen’.
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