Wetten, wie es springt und lacht
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 14.07.2008Turnier mit Volksfestcharakter: Beste Stimmung herrschte am Wochenende unter den zahlreichen Besuchern auf der Anlage des Reitvereins von Bredow. Den abschließenden „Großen Preis von Wetten“ gewann Julius Losch.
Der Reitverein
Der Reit- und Fahrverein von Bredow Wetten wurde vor 88 Jahren gegründet. Damals, im Jahr 1920, waren es 14 junge Reitsport-begeisterte Ur-Wettener, die ihn aus der Taufe hoben. Noch heute sind es zumeist deren Kinder oder Enkel, die den Verein führen oder ihm angehören.
Die sommerliche Pferdeleistungsschau gibt es bereits seit mehreren Jahrzehnten.
„Ich glaube, ich möchte auch wieder anfangen zu reiten.“ Besser als die junge Frau, die am Sonntagnachmittag mit Faszination in den Augen den Sieg von Kira Meissner vom Reitverein von Bredow Keppeln in der Punktespringprüfung der Klasse L verfolgte, kann man die Atmosphäre rund um das sommerliche Reit- und Springturnier auf der Anlage des Reitervereins von Bredow in Wetten kaum auf den Punkt bringen. „Das hat hier mittlerweile Volksfestcharakter“, freute sich auch der Vereinsvorsitzende Gottfried Mevissen.
Zahlreiche Besucher, darunter auffällig viele Familien mit Kindern, fanden bereits am Samstag, als das Wetter noch zu wünschen übrig ließ, aber besonders am Sonntag den Weg auf die Reitanlage. Sie wurden nicht enttäuscht: Bei den 27 Prüfungen mit 1100 Nennungen von der Führzügelklasse bin zum abschließenden „Großen Preis von Wetten“, einer Springprüfung der Klasse M* mit Siegerrunde, gab es durchaus ansehnlichen Pferdesport zu bestaunen.
„Ein Jurymitglied sagte mir heute, dass es für einige Reiter offenbar schon Pflicht ist, in Wetten anzutreten“, so Mevissen nicht ohne Stolz. Im siebten Jahr hält der Vorsitzende des Reitvereins die organisatorischen Zügel in seinen Händen. Besonders das Mannschaftsspringen der Klasse A* mit einem Umlauf sei ein großer Erfolg gewesen. „Da sind 17 Teams angetreten, also knapp 70 Pferde“, sagt Mevissen. „So viele hatten wir noch nie.“
Als Highlight des zweitägigen Turniers, das wie schon in den vergangenen Jahren eintrittsfrei war, erwies sich jedoch der von Warsteiner gesponsorte und mit 350 Euro sowie einer Pferdedecke dotierte „Große Preis“ am Sonntagabend. Hier behielt nach harten Kampf Julius Losch (RV von Driesen Asperden-Kessel) auf „Sieshof’s Abraks“ die Oberhand. Carina Madeleine Janßen auf „Zera T“ und Josy Poen (beide Keppeln) auf „Look at Me L“ landeten auf den Plätzen.
Doch es wurde nicht nur geritten. An einigen Ständen gab es Reiterzubehör zu erstehen, auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Eine Überraschung gab es am Sonntagnachmittag überdies für Festkettenträger Wilhelm Deselaers, besser bekannt als der „Endsche Willi“, und seinen Adjutanten Rainer Roosen. Die beiden erhielten zum Dank für ihre Leistungen einen Glaspokal unter dem lautstarken Applaus der Wettener Reiterfreunde. Zum fünften Mal ist der Verein von Bredow in diesem Jahr festgebender Verein und hat die Kirmes organisiert.
Heimlicher Star des Turniers war jedoch das Pony, das es bei der Tombola zu gewinnen gab. Eine Traube kleiner Kinder hatte sich den gesamten Sonntag über an seine Hufe geheftet. Am Ende war es die Großmutter der Wettener Reiterin Myriam Elsinghorst, die gewann – und das Pony verkaufen wird, da sie schon drei Pferde besitzt.
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