Fußball: Wird wieder alles gut? Hilflos nach vorne
VON DANIEL GONZALES - zuletzt aktualisiert: 27.08.2007So muss es sein: Auch aus nicht so ganz erfolgreichen Auftritten sollte man doch immer versuchen, etwas Positives mitzunehmen. Nach der hauchdünnen 0:1-Niederlage verfolgte Straelens Trainer Hermann Tecklenburg diese Devise. Viel mehr Spielanteile habe man gehabt, alle 14 zum Einsatz gekommenen Akteure seien gut gewesen, erklärte „Tecki“. Das einzige, was derzeit also beim SVS die Stimmung trüben könnte, ist ein Blick auf die Tabelle. Ein Punkt aus fünf Spielen ist eine übersichtliche Ausbeute und unzureichend, um ernsthaft in das Rennen um die ersten elf Plätze einzugreifen.
Der SV Straelen ist so in die Saison gestartet, wie man die vergangene beendet hat. Im ganzen Jahr 2007 haben die Männer von der Römerstraße es bislang gerade mal auf neun Punkte gebracht. Immerhin 60 Zähler waren in der Ausschüttung. Acht ergatterte man in der vergangenen Spielzeit in 15 Partien und eben bislang den einen in 2007/08. Da wird man lange suchen müssen, um einen zweiten Verein zu finden, der auf dieser Ebene mit einem ähnlichen Ergebnis aufwartet und wo zudem noch alle führenden Entscheidungsträger in Amt und Würden sind.
Dass der Start teilweise von herzzerreißender Hilflosigkeit durchsetzt war, etwa in Homberg oder Dattenfeld, darf dennoch nicht als Maßstab für abschließende Urteile gewertet werden. Tecklenburg ist gerade dabei, was das Spielermaterial betrifft, nochmal nachzulegen. Die zwei erzielten Tore in fünf Spielen sind ein dezenter Hinweis, was es unter anderem zu verbessern gilt. Eine Steigerung in den beiden vergangenen Spielen war ebenfalls zu registrieren. Und außerdem zeigt die jüngste Geschichte des SV Straelen, dass am Ende meistens doch alles gut wird. Warum nicht auch in dieser Saison?
Straelen Den Beginn der Pressekonferenz gestern nach dem Spiel nutze SVS-Teamchefin Martina Voss, um klarzustellen, dass ihr Lebensgefährte Hermann Tecklenburg nie alle Klever Fans als „peinlich“ bezeichnet habe, sondern nur das Häufchen Fans, das sie beim Spiel im April mit Beleidigungen bedachte hatte.
Das beherrschende Thema unter den Spielern nach dem Duell war die ziemlich schwache Chancenauswertung, die den Grün-Gelben gestern das Genick gebrochen hat. „Im Training hauen wir die Dinger reihenweise rein. Ich weiß nicht, warum wir es nicht schaffen, aus drei Metern das Tor nicht zu treffen“, sagte zum Beispiel Dennis Levering, ziemlich hilflos wirkend. Der Druck, unbedingt ein Tor erzielen zu wollen, würde vieles kaputt machen, ergänzte er. Was unverkennbar ist: Das in der Hinrunde der letzten Saison so starke Flügelspiel ist vollkommen zum Erliegen gekommen. Einzig Sebastian Ludwik, der eingewechselt worden war, schaffte es, halbwegs vernünftige Flanken zu schlagen. „Die Fehler passieren hinter mir, im Mittelfeld“, sah Stürmer Mario Schwarz sich nicht in der Kritik, vergaß aber, dass er mehr als ein halbes Dutzend mal ins Abseits gerannt war.
Hajo Peters hatte sich als Gocher natürlich auf das Spiel gefreut. „Es ist schon etwas anderes, wenn reichlich Bekannte zusehen. Ich denke, wir haben defensiv ganz ordentlich gestanden. Nach vorne fehlt uns das Selbstvertrauen und die Ruhe.“
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