Tischtennis: Zur Fortbildung nach China
VON MARCO BÜREN - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 15:49Carla Nouwen spielt nicht nur für WRW Kleve in der Tischtennis-Bundesliga, sondern gehört auch zum niederländischen Nationalkader. Im großen Land des Tischtennis erweiterte sie ihr Wissen für die Zukunft.
Beim ersten Saisonspiel des Jahres 2010 war Carla Nouwen zum Zusehen verdammt, während ihre Teamkolleginnen von Weiß-Rot-Weiß Kleve um Punkte kämpften. "Das Knie machte nicht so richtig mit", sagt Nouwen.
Ihre Verletzung nimmt sie gelassen. Denn Nouwen weiß, dass sie der Preis für eine wichtige Erkenntnis ist. Über zwei Wochen war sie in China, um im großen Land des Tischtennis an ihrer Technik zu arbeiten. "Es hat sich gelohnt", bestätigt Nouwen.
Die Linkshänderin hat in China den Bewegungsablauf ihrer Vorhand verbessert. "Ich nutze die Beine und die Hüfte jetzt besser, aber das Knie musste sich an diesen Ablauf wohl erst noch gewöhnen", berichtet Nouwen. "Aber der Kopf weiß schließlich immer noch, wie es gehen soll." Wenn Nouwen wieder fit ist, werden die Gegenerinnen es zu spüren bekommen.
Bisherige Erfolge
2002 und 2004: Zweite der niederländischen Junioren-Meisterschaften.
2003 und 2005: NL-Landesmeisterin im Doppel (2003) und Mixed
2008: Spanische Meisterim und Pokalsiegerin (mit Vic TT); Mannschafts-Europameisterin.
Irgendwie musste es mit der China-Reise so kommen. Es war nicht die erste "Fortbildung" im Reich der Mitte und nicht das erste Mal, dass Nouwen vom Fernweh gepackt wurde. Nach dem Schulabschluss spielte sie ein Jahr als Profi bei Westa Wessem bei Roermond, dann zog sie der Sport nach Barcelona, wo sie beim ehemaligen deutschen Nationaltrainer Peter Engel in dessen Leistungszentrum trainierte. Mit dem Verein Vic TT holte sie den spanischen Landesmeistertitel und Landespokal.
Mit dem Studium in Nimwegen zog sie wieder näher an ihre Heimat bei Venlo, nach Arnheim. Bei Weiß-Rot-Weiß Kleve in der 2. Tischtennis-Bundesliga fand sie inzwischen ihr neues sportliches Zuhause.
Das Fernweh aber blieb. "In kaum einen Land ist das Wissen über die Technik im Tischtennis so verbreitet wie in China", weiß Carla Nouwen nur zu gut aus eigener Erfahrung. Über ihren Nationaltrainer Chen Zhibin wurde der Kontakt mit einem Internat in Peking geknüpft.
Zuletzt war Nouwen an den vergangenen Weihnachtstagen in Asien. "In diesen zwei Wochen hatten wir dort 22 Trainingseinheiten", beschreibt Nouwen das straffe Programm, das gegenüber dem regulären Internatsbetrieb wie ein Witz anmutet: "Es gibt in China unzählige Tischtennis-Internate, in denen die Kinder rund sieben bis acht Stunden am Tag trainieren. Das macht sich in gewisser Weise natürlich in der Weltrangliste bemerkbar."
Im Sommer wird Nouwen wieder nach China reisen, um sich weiter zu entwickeln. Verbunden sind die "Bildungsreisen" mit mehreren Zielen. Bis 2012 hofft sie, dass die Nationalmannschaft in ihrer jetzigen Form zusammenbleibt. 2008 wurde Nouwen mit dem niederländischen Team bereits Europameisterin der Mannschaften. Ihre Mannschaftskollegin Li Jiao entschied zuletzt das Top 12-Ranglistenturnier in Düsseldorf für sich. "Ich denke, dass wir für die Olympischen Spiele in London ein gutes Team sein werden", sagt Carla Nouwen.
Auch in ihrem Verein WRW Kleve hat sie Großes vor: "In meiner ersten Saison mit Kleve lief es nicht so gut", gibt sie zu. "Zur Zeit läuft es viel besser." Irgendwann möchte Nouwen in der ersten Bundesliga spielen.
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