Fußball: Zwei Südklubs auf Aufstiegskurs
VON MICHAEL BÜHS - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009Der SV Sevelen und der SV Straelen III haben beste Karten, den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Auch der TSV Weeze darf, trotz einer nicht optimalen Hinrunde, noch hoffen. Mitten im Abstiegskampf steckt der SV Veert, doch verloren ist noch nichts.
Zwar ist die Tabelle zur Winterpause in der Kreisliga A noch ein wenig verzerrt durch einige Spielausfälle. Dennoch lässt sich ein erstes Fazit ziehen, welche Mannschaften die Erwartungen erfüllen konnten oder die selbst gesteckten Ziele verfehlt haben.
Zur ersten Kategorie gehören – natürlich – die Teams aus der Spitzengruppe, allen voran Tabellenführer SV Sevelen und Verfolger SV Straelen III. Zwar mag nun mancher sagen, dass beide Mannschaften ob ihres großen Potenzials innerhalb des Kaders lediglich ihre Aufgaben erfüllt haben. Doch gibt es genügend Beispiele, die klar belegen, dass eine Ansammlung von individuell starken Spielern noch längst kein erfolgreiches Kollektiv bilden muss.
Die Wechselbörse
Sevelen Zugang: Patrick Walther (VfL Pont)
SV Straelen III Zugang: Andreas Pasch (SV Herongen)
SV Herongen Abgang: Andreas Pasch (SV Straelen III)
SV Veert Zugänge: Dave Statetzny (TSV Wa./Wa.), Markus Klaessen (SV Walbeck), Sven Tissen (reaktiviert)
SV Sevelen Hier ist dies Trainer Gunnar Gierschner gelungen. Nicht zu Unrecht sagt er: „Mit der bisherigen Punktausbeute können wir sehr zufrieden sein.“ Der Vorteil seiner Mannschaft ist sicherlich die Größe des Kaders, der gleichzeitig auch qualitativ breit besetzt ist. So konnten Ausfälle von Stammspielern relativ problemlos kompensiert werden. „Außerdem machen uns die A-Jugendliche viel Freude“, betont Gierschner oft. So kann am Ende nur der Aufstieg stehen.
SV Straelen III Die dritte Mannschaft, zu Saisonbeginn als Aufstiegsfavorit Nummer eins gehandelt, benötigte eine gewisse Anlaufzeit, um in Schwung zu kommen. Mit einer Systemumstellung in der Abwehr legte Trainer René Gärtner den Grundstein, zudem hat sich das Team mittlerweile eingespielt und harmoniert – so kann nun die individuelle Klasse der Spieler zum Tragen kommen und der Sprung in die Bezirksliga geschafft werden.
Grün-Weiss Vernum Zu den Überraschungen der Saison zählt, trotz eher bescheidener Auftritte kurz vor der Winterpause, auch Vernum. Zunächst durfte die Elf von Trainer Udo Brinkmann sicherlich vom Bonus des Aufsteigers leben: Euphorie in der Mannschaft, dazu unterschätzt vom einen oder anderen Gegner. Doch legte das Team auch spielerische Qualitäten an den Tag, die es lange Zeit auf Platz eins hielten. Erst zum Jahresende hin machte sich der Schwachpunkt bemerkbar: Der sehr jungen Truppe fehlt noch Erfahrung und Cleverness. Somit muss ein Abrutschen in der Tabelle einkalkuliert werden, doch für einen Platz unter den ersten Acht reicht es immer noch.
Zwar sind die Aufstiegsplätze noch in Sicht- und Reichweite, dennoch ist man weder beim TSV Weeze auf Rang sieben noch beim Tabellennachbarn SV Herongen mit dem Saisonverlauf 100-prozentig zufrieden. Denn beide Mannschaften hatten – mehr oder weniger offen – mit der Spitze geliebäugelt.
TSV Weeze So hatte Trainer Andreas Holla für seine Weezer klar das Ziel ausgegeben, aufsteigen zu wollen. Dazu fehlen dem TSV derzeit sechs Zähler, „da hätte ich mir den einen oder anderen Punkt mehr gewünscht“, resümiert Holla. Das Potenzial ist sicherlich da, doch voll abgerufen wurde es von den Weezer Spielern nicht immer. Der Umstand, dass Holla am Saisonende aus dem Amt scheidet, muss Weeze nicht unbedingt zum Nachteil gereichen – Rang drei ist noch drin.
sv herongen Vor einer schweren Restsaison steht dafür Karl-Heinz Keysers in Herongen. Er hatte seine Mannschaft zu Beginn der Spielzeit enger an den Toprängen gesehen, nun will er „noch mal richtig angreifen“. Doch es bleibt abzuwarten, ob dies gelingen wird, da auch Keysers am Saisonende aufhören wird. Es scheint, dass der Trainer mit seinen Methoden bei der Mannschaft nicht mehr so richtig gut ankommt. Wenn Keysers sagt: „Von meiner Seite werde ich versuchen, alles rauszuholen“, so bleibt dennoch die Frage, ob das ebenfalls für die Akteure auf dem Platz gilt.
sv issum Bleiben die Tabellenregionen, die dem Ende näher liegen. Dort findet sich auch Issum, das sich zumindest zur Winterpause ein wenig Luft zu den Abstiegsrängen verschaffen konnte. Doch mit einem solch holprigen Saisonverlauf hatte niemand gerechnet. Ein Grund ist sicherlich die Liste der Verletzten, die phasenweise länger war als die Aufstellung des Kaders. „Dafür haben wir noch einen sehr guten zehnten Platz erreicht“, meint Trainer Bernd Flaswinkel. Nun hofft der SVI auf Besserung und vor allem darauf, dass das Sturmduo Elmar Padilla und Marco Schumacher zu alter Stärke findet. Zumindest der derzeitige Rang sollte gehalten werden.
sv veert Einen Torjäger wünscht man sich auch in Veert, der nur vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone hat. Auch hier gab es Verletzungssorgen, vor allem aber ein kaum zu erklärendes Phänomen vor dem gegnerischen Tor: Der Ball wollte oftmals partout nicht rein. „Unfassbar“ war das Wort, das Trainer Christoph Terhardt oftmals über die Lippen kam, wenn er die ausgelassenen Chancen seiner Elf beschrieb. Doch trotz der schwierigen Situation stimmt es im Team – das kann am Ende entscheidend sein im erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt.
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