Goch: Adieu, Moyländer Hängung !
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009Goch (RPO). Das Museum Schloss Moyland steht vor einem Neuanfang. Dr. Bettina Paust, seit Mai Künstlerische Direktorin, hat ein Konzept für die Zukunft vorlegt. Dabei war ihr der renommierte Berliner Architekt Thomas Albrecht behilflich.
Bedburg-hau-moyland Was wurde in den vergangenen Wochen diskutiert. Es hagelte regelrecht Kritik am Museum Schloss Moyland. Selbst die Politik, die Bedburg-Hauer Grünen, schaltete sich ein. Dr. Bettina Paust, seit Mai Künstlerische Direktorin, und Johannes Look, Verwaltungsdirektor, kamen in den Rat der Gemeinde, standen dort Rede und Antwort (die RP berichtete). Jetzt, gut anderthalb Wochen nach der Kommunalwahl, ist es ruhig geworden. Nur Paust blieb nicht untätig. Sie arbeitete im Hintergrund weiter. Still und leise. Gestern stellte sie ihre ersten Früchte vor. Und es ist kein anderer als Thomas Albrecht, ein renommierter Berliner Architekt, den sie für die Mitwirkung im Inneren des Schlosses gewinnen konnte.
"Ich bin froh, ihnen heute Thomas Albrecht vorstellen zu dürfen", sagt Paust. Sie, die Kunsthistorikerin, und er, der Architekt, kennen sich aus Studienzeiten. Seitdem halten sie lockeren Kontakt. Vor allem auch, weil beide in der Museumsbranche tätig sind. Dabei ist Paust insbesondere von der Philosophie des Architekturbüros "Hilmer & Sattler und Albrecht" überzeugt: "Entwerfen hat weniger mit Erfinden zu tun als mit dem Neukombinieren von gespeicherten architektonischen Erinnerungen."
"Und genau darum geht es beim Museum Schloss Moyland in Zukunft auch: Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, sondern eine klare, stringente Neupräsentation. Und mit dieser Neupräsentation findet zugleich eine stärkere Fokussierung auf die Schwerpunkte der Sammlung statt", sagt Paust. Als Beispiel nennt sie die Grafiken. Ziel ist es, so die Direktorin, das Museum Schloss Moyland als "das Beuys-Zentrum" zu etablieren.
Und der erste Schritt der Realsisierung sei zugleich der radikalste: Der Abschied von der so genannten "Moyländer Hängung", die vor zwölf Jahren vorgestellt wurde und seitdem unverändert geblieben ist. Was jedoch bleibt – anders als zuvor angekündigt –, ist der Marmorfußboden. "Nach kontroversen Diskussionen hat mich Herr Albrecht überzeugt, dass nicht der Fußboden Ursache für das architektonisch unregelmäßige Erscheinungsbild der Innenräume ist", so Paust. Auch der Architekt sagt: "Auch wenn man heute sicherlich einen anderen Bodenbelag wählen würde, die dunklere graue Maserung des Marmors ist kein störender Faktor. Damals hat sich Karl Ebbers etwas dabei gedacht, in sich ist sein Konzept stimmig. Selbst wenn man es ändern wollte, würde es den finanziellen Rahmen sprengen."
Damit betont Albrecht, der das Museum Schloss Moyland übrigens als ein "Juwel" bezeichnet, einen wichtigen Punkt: "Es geht im Inneren des Gebäudes nicht um einen Neubau."
Insgesamt stehen für das Konzept 600 000 Euro zur Verfügung.
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