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Kreis Kleve: Anwohner warten auf Geld

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010

Kreis Kleve (RPO). Winnekendonker Bürger bitten Landrat Wolfgang Spreen um Hilfe: Sie beklagen, dass sie noch keine Entschädigungszahlung vom Flughafen Weeze erhalten haben. Im August hatten sie sich mit dem Airport geeinigt.

Nachtschicht am Airport Weeze: Anwohner aus Winnekendonk üben derzeit Druck auf den Flughafen aus, weil noch einige Entschädigungszahlungen ausstehen. Das soll aber in ein paar Wochen erledigt sein.  Foto: RPO
Nachtschicht am Airport Weeze: Anwohner aus Winnekendonk üben derzeit Druck auf den Flughafen aus, weil noch einige Entschädigungszahlungen ausstehen. Das soll aber in ein paar Wochen erledigt sein. Foto: RPO

Anwohner aus Winnekendonk machen Druck bei Landrat Wolfgang Spreen. Dieser soll dafür sorgen, dass der Airport Weeze die Entschädigungen zahlt, die im Rahmen der Einigung mit den Fluglärmgegnern im Herbst vergangenen Jahres ausgehandelt wurden. Namentlich geben sich die Anwohner allerdings nicht zu erkennen: Der Brief mit der Forderung ist unterschrieben mit "Ihre "W'donker".

Spreen soll, so die Bitte, "beim Flughafen-Management Herrn van Bebber intervenieren, damit die nun seit November 2009 überfälligen Entschädigungszahlungen nunmehr unverzüglich eingeleitet werden". Viele der "mehr als 60 Betroffenen" hätten "in Erwartung der genannten Zahlungen bereits Ausgaben getätigt", heißt es weiter. Und: "Die Sache eilt deshalb inzwischen."

Info

600 000 Euro

Der Airport Weeze hatte Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft, die an bestimmten Straßen wohnen, im Herbst vergangenen Jahres ein Angebot gemacht. Wenn die Aktionsgemeinschaft die Klagen gegen den Airport Weeze zurückzieht, sollen rund 600 000 Euro gezählt werden.

Diese Entschädigung wird auf etwa 120 Betroffene verteilt – somit kann ein Haushalt mit einer Entschädigung von etwa 5000 Euro rechnen.

Klagen zurückgezogen

Im August vergangenen Jahres hatte die Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm beschlossen, die Klagen gegen den Airport Weeze zurückzuziehen. Der Airport unterbreitete ein finanzielles Angebot, nachdem er sich bereits mit weiteren Einzelklägern außergerichtlich geeinigt hatte. Demnach gibt es keine ausstehenden Privatklagen mehr gegen die Betriebsgenehmigung des Airports Weeze; allein die niederländische Gemeinde Bergen hält noch an ihrer Klage fest.

Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber bestätigte gestern auf RP-Anfrage, dass noch nicht alle Entschädigungszahlungen abgewickelt wurden. "Wir haben noch einen Stapel hier liegen; die Unterlagen haben wir Ende letzten Jahres bekommen." Diese – beispielsweise Grundbuchauszüge – würden nun nach und nach geprüft. "Wir müssen die Verträge mit den Bedingungen abgleichen", erklärt van Bebber. Er rechnet damit, dass innerhalb der nächsten Wochen alle Forderungen abgewickelt seien. Die Anwohner hätten bis Ende vergangenen Jahres Zeit gehabt, alle Unterlagen zu liefern. Diese müssten erst geprüft werden. "Wir haben nie gesagt, dass das innerhalb von 14 Tagen möglich ist", wundert sich der Flughafen-Chef.

"Gewisse Zeit zugestehen"

Auch Heike van Straelen, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm, ruft ihre Mitstreiter zu Geduld auf: "Man muss dem Airport ja eine gewisse Zeit für die Prüfung zugestehen." Sie selbst habe anfangs auch damit gerechnet, dass die Zahlungen schneller kämen – und dies auch bei einer Versammlung kundgetan. "Da bin ich wohl ein bisschen vorgeprescht", sagt sie nun. Ein Vorstandskollege habe schon damals gesagt, dass er erst im Februar oder März mit den Zahlungen rechne. Dass viele Mitglieder der Aktionsgemeinschaft auf ihr Geld warten, bestätigt van Straelen: "Ich werde mit E-Mails bombardiert."

Internet Alle Hintergründe zu den gerichtlichen Auseinandersetzungen um den Airport Weeze gibt es unter www.rp-online.de/kleve.

Quelle: RP

 
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