Goch: Das Gocher Original
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Goch (RPO). Wo "Gocher Festzelt" draufsteht, ist auch "Gocher Festzelt" drin: Ab Donnerstag wird es die karnevalistische "Abstimmung mit den Füßen" geben. Gochs gemütliches Zirkuszelt ist der ideale Platz zum Feiern "miteinander".
Noch zweimal schlafen – dann gehtqs erstmals rund im neuen, nicht größten, aber rundum schönen Festzelt auf dem Klosterplatz in Goch. Dass das Ganze ein Erfolg wird – da sind sich die Gocher sicher, selbstverständlich auch das Festkomitee Gocher Karneval (RZK). Dessen Vorsitzender Frank Bömler: "Wir haben stets mit, ich betone: mit den karnevalstreibenden Vereinen das Ganze erdacht, geplant, vorbereitet, denn so etwas ist auch nur mit allen gemeinsam möglich. Nur so ist ein solches Vorhaben überhaupt durchführbar." Das Gocher Festzelt (so heißt es ja auch) sei deshalb zu einer "Eigenmarke", zum Original in der gesamten Region geworden. So überzeugend, weil es eben "gewachsen" sei, sprich, sich aus der Karnevalstradition heraus entwickelt habe.
Für den Zug
Erstmals profitiert der ganze Gocher Karneval vom Festzelt. 50 Cent pro verkaufter Eintrittskarte gehen an das Festkomitee Gocher Karneval, das den gesamten Erlös ausschließlich zur Finanzierung des Rosenmontagszuges verwendet.
"So kommt das Geld allen zugute, die in der Stadt fröhlich Karneval feiern", betonte RZK-Vorsitzender Frank Bömler. Das Ganze werde "mit den jetzigen Partnern, die das Gocher Festzelt betreiben, erstmals möglich".
Rappelvoll war es im vergangenen Jahr zu Weiberfastnacht in der weißen Riesen-Halle auf dem Gocher Markt. Wird's nun eine Nummer kleiner? Nein, sagen die Festwirte, nein, sagt auch das RZK. "Aber selbst, wenn wir eines Tages da hinkommen, dass es mal kein Dreimast-Zelt ist, sondern ein Zweimaster, dann zählt doch, genau wie jetzt, nur eines: Qualität statt Quantität." Urig, original und echt solle es sein, nicht vor allem groß.
Urig, original und echt: Vielleicht ist auch das der Grund, warum es in Goch nie einen karnevalistischen VIP-Bereich für "bätere Menze" gab – und geben wird. Bömler sagte dazu nichts – außer: dass es so was in Goch eben nicht gibt. Für den Donnerstag sind schon seit geraumer Zeit keine Karten mehr in Goch zu haben. Für den Freitag aber sind noch welche zu bekommen, die "Friday Night Live" mit "Ali Paletti" und "Real" startet um 20 Uhr.
Start am Blumenplatz
Weiter geht's am Samstag. Bömler: "Um 10.30 Uhr startet der Umzug am Blumenplatz. Die Karnevalisten ziehen durch die Innenstadt Richtung Markt, wo um 11.11 Uhr Bürgermeister Karl-Heinz Otto alle Hände voll zu tun bekommen wird, um das Rathaus zu verteidigen!" Wie immer werden Details nicht verraten. Nur so viel steht fest: "Es wird drei Angriffswellen geben", so Frank Bömler. Und noch eins steht fest: Angesichts Tausender Zuschauer könnte man auf dem Gocher Markt wieder buchstäblich über die Köpfe laufen. Nach dem Rathaussturm ziehen die Gecken zum Festzelt und eröffnen damit die nächste Feierrunde im Straßenkarneval. Biermarken, die man auf dem Markt gekauft und während des Sturms nicht eingelöst hat, kann man übrigens praktischerweise im Zelt ausgeben. Angst, zu viele Marken gekauft zu haben, ist übrigens unbegründet. Noch am Rosenmontag bis zum Ende der Party nach dem Zug kann man sie "aufzehren" – oder auch zurücktauschen. Dann bekommt man (anders als früher) das Geld erstattet.
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