Goch: Das Nähr-Engel-Gesicht
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Goch (RPO). Nähr-Engel ist erfolgreich auf vielen Märkten – und dieser Erfolg hat, buchstäblich, seit vier Jahrzehnten ein Gesicht: Anton van den Boom, Gesellschafter und Geschäftsführer des Gocher Kartoffel-Verarbeiters, feiert Jubiläum.
Die Stadt Goch ohne Nähr-Engel? Unvorstellbar. Nähr-Engel ohne Anton van den Boom? Ebenfalls unvorstellbar. Das Unternehmen wäre nicht das, was es heute ist, hätte Anton van den Boom es nicht mit all seinen Talenten so weit gebracht.
"Der Chef" – ein Mann ohne Allüren, aber mit sicherem Auftreten, mit Beharrungsvermögen, Fingerspitzengefühl und mit Begeisterung für das, was an unverwechselbarer Engel-Qualität jeden Tag das Haus an der Klever Straße verlässt.
Erfolgsstory
"Als er 1970 als junger Ingenieur seine berufliche Laufbahn bei Engel begann, hatte er wohl selbst nicht daran gedacht, dass damit eine Erfolgsstory seinen Anfang nahm", schreibt das Unternehmen anlässlich des 40-jährigen Betriebsjubiläums. Wie wahr – denn der "Stand von damals" ist mit dem "Stand von heute" nicht mehr vergleichbar. Sicher, das Familienunternehmen Nähr-Engel war schon vor vier Jahrzehnten erfolgreich, belieferte zahlreiche Kunden mit "Außer-Haus-Verpflegung".
Zukunftssicherung
Am Donnerstag werden dort über 100 000 Tonnen Frischkartoffeln verarbeitet und 44 Millionen Euro Umsatz mit rund 220 Mitarbeitern erwirtschaftet.
Zukunftssicherung – auch das: Anton van den Booms Sohn Stefan wird als Nachfolger im Chefsessel alles daran setzen, den Erfolgsweg des großen Gocher Arbeitgebers fortzusetzen.
Aber das Kartoffelwerk in Goch war, als Anton van den Boom in die Firma eintrat, gerade erst Teil von Nähr-Engel geworden. Als Werkleiter brachte er im Team den großen Erfolg im Kartoffel-Bereich. Mitarbeiter motivieren, immer besser zu werden, immer ausgeklügeltere Produkte herzustellen, die unter den wirklich namhaftesten Marken zu vertreiben, dauerhaft, mit beeindruckenden Marktanteilen: Als die Firma dann vor gut zehn Jahren unters Riesen-Dach des weltumspannenden Nestlé-Konzerns kam, schien der Weg des Gocher Betriebes als eher bedeutungsloses kleines Bausteinchen des Schweizer Riesen eigentlich vorgezeichnet. Doch es kam anders. 2004 hatte der Riese aus Vevey plötzlich kein Interesse mehr an den Kartoffeln.
Aber Anton van den Booms Interesse, das war umso größer. Gemeinsam mit zwei weiteren früheren Managern von Nähr-Engel wurde er Gesellschafter des Unternehmens, nahm das Ruder selbst in die Hand. Und machte damit den Anfang einer grandiosen Erfolgsgeschichte: Der Betrieb in Goch ist europaweit einer der größten Kartoffel-Verarbeiter.
Innovationen der Branche, die kommen aus Goch. In Verbindung mit dem unbedingten Qualitäts-Anspruch macht das den Erfolg aus. Unter van den Booms Regie wuchs und wächst Engel weiter. Kunden auch in Asien, Südafrika, Australien und dem Mittleren Osten gibt es zahlreich.
Nähr-Engel dampft, Nähr-Engel riecht, und früher stank es auch. Nach Schweröl nämlich, das verfeuert wurde. Anton van den Boom, stets bemüht um ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn, schuf auch da Abhilfe: Das Biomasse-Kraftwerk, für das in Kürze auf dem alten Hendricks-Gelände Grundsteinlegung ist, wird ein großes Stück Zukunftssicherung am Standort Goch – und es wird äußerst umweltfreundlich. Aus all den Erfolgsgeschichten hat Anton van den Boom öffentlich nie viel Aufhebens gemacht. Aber so ist er – genau so.
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