Goch: Das zweite Wintermärchen
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 04.01.2010Goch (RPO). Schon wieder alles weiß! Das erste Wochenende des neuen Jahres brachte viel Neuschnee. Gar nicht märchenhaft: Schon ab Samstagabend waren die Mannen vom Räumdienst im Dauereinsatz. Daher gab's kaum Unfälle.
Airport: Verspätungen
Auf dem Airport Weeze brachte, im Gegensatz zum vierten Advent, der zweite Wintereinbruch wenig Probleme. Verspätungen von bis zu einer Stunde gab es allerdings – bedingt durch die notwendigen Einteisungen, die für die Sicherheit erforderlich sind. Kein Start fiel aus, und alle ankommenden Flugzeuge landeten sicher.
Die Kinder, die gestern so vergnügt am Schwanenteich tobten, die vielen Spaziergänger, die, nachdem die bleigraue Schneeluft abgezogen war, die sonntäglichen Sonnenminuten nutzten – sie hatten ihren Spaß am neuerlichen Wintereinbruch an der der Niers.
Gut, dass der Neuschnee schon in der Nacht zu Sonntag kam und nicht erst 24 Stunden später! "Nein, es gab keine nennenswerten Unfälle aufgrund der Witterung", freute sich ein Polizeibeamter der Leitstelle gestern im Gespräch mit der RP. Die Autofahrer hätten sich der Witterung angepasst. Und vor allem: Es war wenig los auf den Straßen, ohne den Berufsverkehr. So blieben Rutschpartien quer über eine Fahrbahn ohne Folgen – mangels Gegenverkehr.
Rutschpartien? Nur ganz früh
Eine Chance für solche Rutschpartien gab es schon am frühen Vormittag ohnehin nicht mehr auf den Haupt- und Durchgangsstraßen. Da war längst wieder alles geräumt und abgestreut. Vier große und zwei kleine Fahrzeuge rollten schon kurz nach drei Uhr wieder durch die Stadt, um die Straßen zu räumen, bevor die Gocher aufstanden.
Auch die zwölf Leute der Handstreugruppe waren wieder auf den Beinen, um Gehwege und Plätze abzustreuen – überall dort, wo die Stadt die Verkehrssicherungspflicht hat. So kam's, dass abgesehen von Anlieger- und Wohnstraßen schon zur normalen Frühstückszeit die Straßen in Goch alle wieder gut benutzbar waren.
Für die Mannen des Kommunalbetriebs um Wolfgang Siebers, die den Winterdienst zu leisten haben, ist das nicht vergnügungssteuerpflichtig. Schon am Wochenende vor Weihnachten hatten sie unermüdlich gearbeitet, um Straßen und Wege frei zu bekommen, und nun, am ersten Wochenende des neuen Jahres, gab's die zweite Runde. Wie Wolfgang Jansen, Betriebsleiter des KBG, im RP-Gespräch berichtete, war Einsatzbeginn nicht etwa "erst" um 3 Uhr in der Frühe.
Start schon am Samstagabend
"Schon am Samstagabend ab 19 Uhr waren etliche Männer aus unserem Team ausgerückt, um die Straßen schon einmal zu streuen!" Denn so blieben sie nach dem Einsetzen des starken Schneefalls in den ersten nachtstunden länger frei, und es häufte sich gar nicht erst so viel Schnee an. Das alles kostet – nicht nur wegen der Personaleinsätze und es Fahrzeugparks, sondern auch wegen des eingesetzten Streusalzes.
Davon habe man jetzt, wenige Tage nach dem Jahreswechsel, schon mehr verbraucht als in so manchem niederrheinischen Durchschnitts-Winter, berichtete Wolfgang Jansen. 25 Tonnen Vorrat hatte der Kommunalbetrieb gestern noch. Klingt viel, ist aber schnell verbraucht.
Nachschub muss also her. Und das wir wiederum den Deutsche Straßendienst (DSD), ein auf die Belieferung öffentlicher Winterdienstbetreiber spezialisiertes Unternehmen, vor Probleme stellen. Bestellungen von Städten und Gemeinden, die nachordern müssen, häufen sich. Denn Salz muss überall hin – bevor des Wintermärchens dritter Teil kommt . . .
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