Goch: Der etwas andere Unterricht
VON CLEMENS HENLE - zuletzt aktualisiert: 07.07.2011Goch (RP). Die vierten Klassen der Liebfrauenschule Goch besuchten im Zuge der Projektwoche das Kieswerk Grotendonk. Hier verbrachten sie einen abwechslungsreichen Schultag, weit weg vom drögen Unterricht.
Im Sand spielen, Steine in einen See schmeißen und in einer Baggerschaufel turnen – ein etwas anderer Schultag für drei vierte Klassen der Liebfrauenschule in Goch. Die mehr als 60 Schüler nehmen mit großer Freude und Interesse an einer Exkursion zum Kieswerk Grotendonk bei Kervenheim teil. "Das ist natürlich viel besser draußen zu sein, als jetzt im Klassenzimmer zu sitzen. Vor allem, weil es so schönes Wetter ist", freut sich der zehnjährige Thomas, während er in die Sonne blinzelt.
Kiesfiebel
In der vergangenen Woche hatten die Schüler bereits im Zug ihrer naturwissenschaftlichen Projektwochen an einem Seminar zum Thema Kies teilgenommen (RP berichtete). Dabei bekamen sie die Entstehung von Kies erklärt, wofür er heute gebraucht wird und wie alte Kiesgruben zu Naherholungsgebieten ausgebaut werden.
Kiesindustrie
Pro Jahr werden in Deutschland etwa 250 bis 300 Millionen Tonnen Kies verbraucht. Beton besteht zu 80 Prozent aus Kies und Sand. Jeder Deutsche verbraucht in seinem Leben mehr als 300 Tonnen Kies und Sand.
Alleine am Niederrhein geht der Verband von 10 000 Arbeitsplätzen aus, die direkt oder indirekt an der Kieswirtschaft hängen. Nach dem Abzug der Bagger werden die Seen renaturiert und zu Naherholungsgebieten ausgebaut.
"Wir haben dafür eine Kiesfibel und einen Experimentierkoffer in Zusammenarbeit mit Pädagogen gestaltet", erklärt Bernhard Lemkamp vom Bundesverband Kies- und Sandindustrie (BKS). "Das war auf jeden Fall eine gelungene Premiere. Wir wollen damit noch mehr Schüler ansprechen und für unser Geschäft interessieren." Während die Gocher Schulkinder über Kieshügel verschiedenster Körnungen tollen und versuchen Steinchen übers Wasser flitschen zu lassen, erklärt Lemkamp, wie der Kies aus der Grube gebaggert und wie er danach gesiebt wird. Zwischendurch gibt es sogar noch eine kindergerechte Stärkung: süßer Orangesaft aus der Tüte und ein Knoppers. Dann geht es zum Höhepunkt des Besuchs hoch hinauf auf den Förderturm, wo der Kies in die bereitstehenden Laster abgefüllt wird und man einen weiten Blick über die niederrheinische Landschaft hat.
Auch für die Klassenleiterin der 4 C ist der Ausflug eine gelungene Abwechslung vom Schulalltag. "Wenn man die Kinder am Ende ihrer Schulzeit bei uns fragt, was am schönsten war, antworten sie immer, dass es die Exkursionen waren", erklärt Anette Krauthausen.
Die Erinnerung an die Ausflüge bliebe einfach hängen. "Leider können wir davon aber nicht zu viele machen, weil sie sehr teuer sind." Dank des Einsatzes von Bernhard Lemkamp wird die Klassenkasse heute jedoch nicht beansprucht: Der BKS hat die Kosten für Bus und Verpflegung übernommen.
"Das war ein toller Ausflug. Mal was anderes", begeistert sich der neunjährige Thomas. Ausgestattet mit einer originalen Kiesgrube Grotendonk Baseball-Mütze geht es nun wieder zurück nach Goch.
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