Goch: Der Pferdepfleger von Troja
VON JÜRGEN LOOSEN - zuletzt aktualisiert: 19.02.2007Goch (RPO). Startschuss für die tollen Tage: Die Rathäuser von Kleve und Goch wurden am Samstag um 11.11 Uhr von bunten Helau-Armeen gestürmt, erobert und besetzt. Bürgermeister hatten gegen Narren keine Chance.
Die „Verteidiger“ des Gocher Rathauses erstarrten schon vor dem Sturm auf die blau-gelbe „Bastille“ in Ehrfurcht: Als auf der Bühne Moderator Mike Theissen mit gut und gerne 20 Minuten Verspätung die letzte Gruppe der riesigen, tausendköpfigen Helau-Armee nach ihrem Marsch durch die Innenstadt begrüßt und auf den mit Abertausenden von Untertanen gefüllten Marktplatz geleitet hatte, war die Sternstunde für die gen Kutsche stilecht vorgefahrenen Pferdefreunde-Tollitäten Heinz VI. Arntz und Veronika I. Peters perfekt. Rathaussturm in Goch: Ein Triumphzug mit gigantischen Dimensionen.
Tollitäten heute im ZDF
Einen ganz besonderen Rosenmontag erlebt Gochs Pferdefreunde-Armada mit Heinz VI. und Veronika I.: Mitten in der Nacht fährt die Crew ins Düsseldorfer ZDF-Studio, um in der Sendung „Volle Kanne“ ab 9.05 Uhr live vor die Fernseh-Kameras zu treten. Und wieder ab nach Goch zum Rosenmontagszug.
Kein Wunder, dass die Tollitäten vom Sieg überzeugt waren: „Ganz Goch steht hinter uns! Wir machen sie platt!“, rief die strahlend-blonde Lieblichkeit, während Heinz VI. sein Volk ermunterte, „Party zu machen“. Aber Bürgermeister Karl-Heinz Otto, hinter sich die Politik, widersprach: „Das glaubt ihr nicht im Ernst. Unser Rathaus ist jetzt zehn Millionen mehr wert“. Sprach’s und überreichte den „kleinen Schlüssel für den Aufzug, der sowieso nicht funktioniert“.
Arnold-Janssen-Schirme
„Dann geben wir richtig Gas“, befahl der Prinz seine „kampferprobten Gardisten“ hoch auf ihren Pferden zur Unterstützung. Aber auch die ließ Otto kalt, er schickte einfach seine Ratsherren los, um die Vierbeiner mit jeder Menge Möhren zu „bestechen“. Und auch die zweite Angriffswelle wehrten Bürgermeister und Co. gekonnt ab: Kaum verschossen die Pferdefreunde-Angreifer aus ihren silbernen Kanonen kiloweise rot-weißes Konfetti, spannten Otto und die Seinen einfach Arnold-Janssen-Regenschirme auf.
Das ließ die Prinzessin nicht ruhen: „Ich bin Religionslehrerin, Arnold Janssen wäre der Erste gewesen, der euch den Schlüssel abgeluchst hätte!“ Sprach’s und ließ mit Heinz VI. („Unsere Versuche waren bisher mickrig!“) ein gigantisch-kantiges Monument vor die Bühne rollen. Das Trojanische Pferd von Goch, wie sich schnell zeigte, denn kaum hatte Otto seine schnelle Eingreiftruppe gebeten, das Pferd einzufärben, platzte dem Prinz der Kragen und aus dem Bauch des meterhohen Gauls strömten martialische Pferdefreunde-Krieger, während es aus den Rathaus-Fenstern knallte und qualmte.
12.08 Uhr, Otto gab auf, überreichte mit den obligatorischen Worten „Hier hej den Schlöötel!“ das begehrte Stück und eilte („Ich hab keinen Job mehr, tschüß!“) ins Rathaus, um den schwarzen Anzug auszuziehen und in grüner Pferdepfleger-Uniform zurückzukehren: „Wenn’s nicht klappt, mache ich den Pferdeflüsterer!“ Ansonsten: Party ohne Ende mit der Kult-Band K 6, mit der Damencombo „Schneiders“ und mit Leopardenmann Willi Girmes, ehe die Riesenfete nach einem weiteren kleinen Rosenmontagszug nahtlos fortgesetzt wurde – erstmals im Riesenzelt auf dem Markt.
Dreimal Goch, Helau!
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



