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Goch: Der Tod kam um 21.55 Uhr

zuletzt aktualisiert: 06.02.2010

Goch (RPO). 200 Tote in der, wie es später nicht mehr anders zu bezeichnen war, "Nacht des Grauens": Morgen vor 65 Jahren legten britische Bomber Goch in Schutt und Asche. Einer der wenigen, die die Zerstörung überlebten, war der Apotheker Hans Besselmann. "Ich sah nur noch eine Mondlandschaft vor mir, dort, wo einst Goch gestanden hatte. Ein großes Trümmer-Meer, das noch am helllichten Tag lichterloh brannte", erinnert er sich. Britische Bomber hatten in vierzig Minuten die alte Stadt buchstäblich in Schutt und Asche gelegt.

Wer noch in der Stadt war und sich hinzusehen traute, der wird exakt um 21.55 Uhr begriffen haben, was nun folgen würde: Die "Christbäume", rote und grüne Leuchtkugeln, die das Bomben-Abwurfgebiet am Himmel markierten, kündigten den Anfang vom Ende an. Exakt 147 Bomber waren es, deren 464 Tonnen schwere Sprenglast über der Innenstadt ausgeklinkt und abgeworfen wurde. Hinzu kamen acht Tonnen der grausamen Brandbomben. "Sieht man von der Bombardierung des Ruhrgebiets und der Zerstörung Dresdens ab, so ist vermutlich kein Gebiet auf Gottes Erdboden außer Stalingrad dermaßen mit konventionellen Waffen zusammengeschlagen worden", so ein britischer Militärhistoriker später.

Gochs Innenstadt blieb nicht die einzige, die in dieser Nacht dem Erdboden gleichgemacht wurde. Kleve, Kalkar, Uedem wurden zerbombt. Ganz einfach, weil die Piloten hatten ausweichen müssen, da die Rauchentwicklung über Goch zu stark geworden war. Dennoch kehrten eine halbe Stunde vor Mitternacht 95 Bomberpiloten zurück, warfen weitere 400 Kilo Sprengstoff ab, um sicher zu gehen, dass auch wirklich alles zerstört war. Russen, Italiener, Niederländer: 169 von der braunen Wahnsinnsbürokratie nach Goch verschleppte Zwangsarbeiter starben bei dem Bombenangriff, 30 der Toten waren Gocher.

Quelle: RP

 
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