Goch: Die gute Stube des Karnevals
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2011Goch (RPO). Nach einer Woche sind die Arbeiten am Gocher Festzelt abgeschlossen. Am Donnerstag beginnt der Zeltkarneval. Seit vier Jahren ist die Firma MCR aus Oberhausen für das närrische Wohnzimmer Gochs verantwortlich.
Jeder kennt das. Der Aufbau eines Zeltes ist nicht nur höchst kompliziert, sondern wirft auch komplizierte Fragen auf. Nachdem die Teleskopstangen mühsam eingefädelt wurden und die Zahl der vorhandenen Zeltheringe mit den zugehörigen Bodenschlaufen in Einklang gebracht wurde, wird sondiert, woher der Wind kommt. Denn die schmale Seite des Zelts sollte bekanntlich in dieser Richtung aufgestellt werden. Dann die Frage, ob es im Schatten stehen soll, was die Gefahr birgt, dass es nach einem Regenguss durch das Tröpfeln nicht trocken wird oder durch herabfallende Äste bedroht ist. Steht es in der Sonne, kann es unerträglich heiß werden. Und das alles schon bei einem einfachen Igluzelt.
Mit Sicherheit
"Ab Windstärke 10 wird es etwas eng", sagt Burkhard Sickelmann, einer der drei Geschäftsführer von MCR. Wobei das einer Windgeschwindigkeit von über einhundert Stundenkilometern, also einem orkanartigen Sturm, bei dem auch Bäume entwurzelt werden, entspricht. "Unsere Zelte sind alle TÜV-geprüft und vom Statiker übernommen", versichert Sickelmann. Der Gocher Karneval hat also nichts zu befürchten. Anders gesagt: Helau!
Gut, dass die Experten von MCR seit der Gründung ihrer internationalen Zeltvermietung im Jahr 1989 nichts anderes machen, als sich genau damit zu beschäftigen. Andernfalls wäre auch nicht zu erklären, warum die knapp ein dutzend Mitarbeiter des Unternehmens für den Aufbau des 1606 Quadratmeter großen Dreimasters auf dem Kolpingplatz nur gut vier Tage brauchen. Im vierten Jahr zeichnet das Team um Mit-Geschäftsführer Burkhard Sickelmann nun schon für das Gocher Festzelt verantwortlich und nach wie vor ist Sickelmann die meiste Zeit selbst vor Ort. Was nicht nur daran liegt, dass er ohnehin "beim Einmessen und Masten ziehen" immer dabei ist, sondern auch damit zusammenhängt, dass in Goch alles so "locker und flockig läuft". Die Zusammenarbeit mit den Offiziellen von Stadt und RZK klappt ebenso reibungslos wie die mit dem verantwortlichen Caterer Bruns & Schmallenbach.
Vier Lkw lieferten Anfang vergangener Woche das Material für das Großzelt, das sich mittlerweile auf einer Stellfläche von 38 mal 68 Metern ausbreitet. Die Firsthöhe beträgt 19 Meter, die Höhe der Seitenwände 4,20 Meter. Zusätzlich zum Hauptzelt gibt es noch diverse Pagoden und Satellitenzelte für Garderobe, Foyer oder beispielsweise die Sektbar.
28-Master
"Von Norwegen bis Spanien" umreißt Sickelmann das Arbeitsfeld der Firma mit Sitz in Oberhausen. 250 Tage im Jahr seien die Mitarbeiter durchschnittlich unterwegs, um die Zelte vom 1-Master (mit einer Fläche von 700 Quadratmetern) bis zum gigantischen 28-Master (30 000 Quadratmeter, 210 mal 45 Meter) aufzubauen. Hier finden dann Galas, Firmenjubiläen oder gleich ganze Sportveranstaltungen statt. Auch für Festivals wie "Rock am Ring" war MCR bereits tätig.
Auf die Frage, ob in Goch mit dem aktuellen Zelt die für den Kolpingplatz maximale Größe erreicht sei, sagt Sickelmann: "Der Platz ist schon sehr voll mit dieser Variante. Man könnte es noch um einen Mast erweitern, darunter würde dann allerdings der Eingangsbereich leiden." Und wie sagte Frank Bömler vom RZK noch? Dem Komitee geht es nicht um "größer, schneller, weiter, sondern um den Wohlfühlcharakter" – zu erleben ab Donnerstag in der guten Stube des Karnevals.
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