Goch: Die ideale Stadtbücherei
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Goch (RP). Das Röchling-Gelände dauerhaft nutzen – für die Stadtbücherei und ein Mehr an Kultur: Wegen der ehemaligen Audi-Halle allein schon favorisiert die ZIG eine Dauerlösung – mit vielen Argumenten.
Jürgen Stoffelen von der "Zukunft in Goch" (ZIG) sagt es ohne Einschränkung: "Wenn wir dieses Röchling-Gebäude, das die Stadt erworben hat, nicht dauerhaft mit Beschlag belegen – dann wäre das geradezu dumm." Die Räume "links" – ideal geeignet für die Präsentation des großen Bestandes der Stadtbücherei. "Und alles ist ebenerdig", ergänzt Karl-Heinz Frensch. Die ZIG im RP-Gespräch – und jede Menge Argumente für eine Dauerlösung.
Ludwig Kade, ebenfalls für die ZIG im Stadtrat: "Sehen Sie sich die ehemalige Audi-Halle an. Ein architektonisch aufwendig gestaltetes Gebäude in hervorragendem Zustand. Es ist bestens geeignet für Veranstaltungen: Das Museum kann die Räume für Ausstellungen, für Veranstaltungen nutzen." Inge Kosman, ebenfalls aktiv in der ZIG: "Nebenan die Bücherei – und in der Halle können dann beispielsweise Kreativangebote für Kinder gemacht werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Es würde ein richtiges kleines Stadtteilzentrum entstehen. Aber nicht nur für den Stadtteil."
Die Schulden
Die ZIG wurde gegründet im Widerstand gegen den Bau des neuen Rathauses. Thema durch? Nein, leider noch lange nicht, sagt die ZIG. Unlängst erst hätten zuständige Stellen gleichsam bescheinigt, dieses Rathaus sei – auch in Relation zu dem gebotenen Raum – weit und breit ein besonders kostspieliges.
Die Stadtbücherei, ohnehin stets gut besucht, dann mit zusätzlichen Angeboten, allerlei Attraktionen unter Regie des Museums (insbesondere der Museumspädagogin Jasmin Schöne). ZIG-Mitglied Franz Mareck: "Nichts, wirklich nichts spricht dagegen, den Röchling-Standort zu einer Dauerlösung werden zu lassen – es wäre eine Schande, die Halle abzureißen."
Das Röchling-Gelände als sinnvoller Immobilien-Ankauf – "in diesem Fall war das Geld wirklich sehr gut angelegt", so Ludwig Kade. Jürgen Stoffelen: "Und das ist keine Selbstverständlichkeit. In Sachen Immobilienkauf sind wir in Goch durchaus gebrannte Kinder." Damit spielt er auf den Kauf des Fünf-Ringe-Hauses und die nachträgliche Kostenexplosion bei der Instandhaltung und groben Renovierung der maroden Bausubstanz an.
Und der Erwerb der Liebfrauenkirche scheidet auch für die ZIG in jedem Falle aus: "Das wäre doch ein Fass ohne Boden." Ein auf längere Sicht nötiger Umbau auf dem Röchling-Gelände würde indes wieder Geld kosten. "Aber", erläutert Stoffelen, "die Stadt hat das große Grundstück ja durchaus günstig erwerben können. Und jeder Euro, der dort ausgegeben würde, der wäre gut investiert. Denn was der Umbau der Liebfrauenkirche für die Bücherei kosten würde, ist noch völlig unklar." Eigentum der Stadt Goch wird das Gebäude ohnehin nie. Sie würde es dann pachten, vom kirchlichen Eigentümer.
Röchling und neuer Stadtteil Kasernengelände: Die ZIG macht sich stark für eine Fernwärmeversorgung des gesamten Neubaugebietes aus dem Nährengel-Kraftwerk. "Das würde den Wirkungsgrad wesentlich erhöhen – und die Wärme für einen ganzen Stadtteil würde CO2-neutral erzeugt", so Kade.
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