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Goch: Die vier Verlierer von Goch

VON JÜRGEN LOOSEN UND GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009

Goch (RPO). Der Tag danach: Die CDU Goch hat mit der Stimme von Bürgermeister Karl-Heinz Otto die absolute Mehrheit Im Rat zurück erobert. Lachende Sieger in Uedem sind CDU und die FDP, die SPD ist vom Ergebnis enttäuscht.

CDU-Chef Josef Thonnet mit Parteikollegen bei der Feier nach der Kommunalwahl.  Foto: RPO
CDU-Chef Josef Thonnet mit Parteikollegen bei der Feier nach der Kommunalwahl. Foto: RPO

goch-uedem Der Tag danach: Während die Bürgermeister Karl-Heinz Otto (CDU) in Goch und Rainer Weber (parteilos) in Uedem noch über ihre Kantersiege jubeln dürfen, hat die Stunde der Analysten in den Parteizentralen geschlagen. Die wichtigste Erkenntnis in Goch: Die CDU hat die absolute Mehrheit zurück erobert – bei 20:20 Stimmen rechnerisch bekommt sie durch die Stimme des Bürgermeisters theoretisch die absolute Mehrheit. Otto nannte das Ergebnis der Wahl "historisch für die CDU, denn zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben wir alle 20 Wahlbezirke von Goch direkt gewonnen." Zwar lag der Erste Bürger um 9,1 Prozentpunkte über dem Ergebnis seiner Partei (mit Hilfe von Wählern anderer Parteien), "aber ich war heilfroh, dass auch die CDU zugelegt hat". Zwar habe man jetzt die absolute Mehrheit im Rat, "aber wir werden weiter auf dem Weg gehen, einen Konsens zu suchen", versprach Otto.

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Das sagen Gochs Grüne

"Wir müssen jetzt hoffen, dass bei den Abstimmungen zukünftig immer CDU-Ratsmitglieder fehlen", schmunzelte Hilde Fielenbach Hensel von den Gocher Grünen. Doch selbst dann hält sie es für eher unwahrscheinlich, "dass sich die übrigen fünf Parteien auf eine Position einigen können, um die Mehrheit der CDU zu kippen". Mit einem Ergebnis von 6,31 Prozent schnitten die Grünen etwas schwächer ab als vor fünf Jahren, erhielten aber dennoch drei Ratssitze. "Wir hatten mit einem Platz mehr gerechnet", gab Fielenbach Hensel zu, und sprach angesichts der geringen Wahlbeteiligung davon, dass "das politische Interesse in Goch leider gering" ist.

Fast nur Verlierer

Ansonsten gab es in Goch mit einer Ausnahme nur Verlierer: Weder die SPD noch die FDP, ZIG oder die Grünen konnten das Resultat von 2004 erreichen. Der Grund trägt die drei Buchstaben BFG: Der Neuling (bekanntlich nach einem Streit gegründet von SPD-Ratsherren) holte aus dem Stand 12,93 Prozent (Bürgermeisterkandidat Ulrich Knickrehm: 12,36 Prozent). Dass es nicht noch mehr wurden, lag an der meist schwachen Ausbeute in den Ortsteilen, mit Ausnahme von Hassum/Hommersum und Gaesdonck, wo man vor der SPD lag. In "Goch-City" gar schlug das BFG die SPD sogar in drei Wahlbezirken. Da die Sozialdemokraten gerade mal noch 5,03 Prozentpunkte vor dem BFG liegen, darf man gespannt sein, wie die Führungscrew um die Kreisparteichefin Dr. Barbara Hendricks das Problem anpackt.

Lachender Sieger der Ratswahlen in Uedem ist die FDP. Mit 15,74 Prozent konnte sie sich nicht nur um über vier Prozentpunkte verbessern, sondern auch ihr Ziel – einen vierten Platz im Rat – erreichen. "Wir sind sehr zufrieden", äußerte sich Ralf Klapdor, Vorsitzender der Liberalen in Uedem. Die konstante Ratsarbeit habe sich ausgezahlt und die Tatsache, dass sie keinen Klamauk-Wahlkampf gemacht hätten. Allerdings glaubt Klapdor, mit 15 Prozent das liberale Wählerpotential ausgeschöpft zu haben. Ihr Vorhaben, die absolute CDU- Mehrheit im Rat zu brechen, wurde allerdings nicht erreicht, denn das gewonnene Ratsmandat geht auf Kosten der SPD, die einen Stimmenverlust von 5,06 Prozent erlitt. "Wir sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden", sagte Uedems SPD-Geschäftsführer Jörg Lorenz. Es sei gute Arbeit geleistet worden, jetzt wolle man darüber sprechen, warum diese nicht honoriert worden sei. Kathrin Plotke als Bürgermeisterkandidatin ins Rennen zu schicken sei ein Risiko gewesen, ihr Ergebnis (29,5 Prozent) könne sich aber sehen lassen. Und: "Andere, möglicherweise erfolgreichere Kandidaten standen nicht zur Verfügung."

Quelle: RP

 
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