Goch: Eine Brücke nach Ghana
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008Goch (RPO). Gesucht – gefunden: Die Liebfrauenschule wünschte sich, um gezielt helfen zu können, eine Partnerschule in Afrika. In der Arnold-Janssen-Stadt Goch halfen die Steyler – die Solidaritätsstiftung vermittelte den Kontakt nach Ghana.
Afram Plains? Nie gehört! Aber jetzt bekommt die Halbinsel im afrikanischen Staat Ghana Gesichter. Fotos liegen ausgebreitet auf dem Schultisch, Attobra-Amos schrieb, ganz ordentlich und in bestem Englisch einen Brief, in dem er nicht nur sich selbst ganz genau vorstellt, sondern auch seine Schule beschreibt. Und der Junge macht deutlich, wie sehr er sich auf die Brieffreundschaft mit den Mädchen und Jungen der Gocher Liebfrauenschule freut. So, so wäre es auch im Sinne Arnold Janssens gewesen, ist sich Pfarrer Günter Hoebertz sicher. Der Vorstandsvorsitzende der Arnold-Janssen-Solidaritätsstiftung gestern bei der Vorstellung dieser ersten Partnerschaft, die die Stiftung vermittelte: „Ich bin froh darüber, dass die Stiftung Plattform für die verschiedensten Missionsprojekte wird. Was hier mit der Liebfrauenschule und der Schule in Ghana zustandegekommen ist, das ist das erste Projekt, bei dem wir sagen können, dass die Hilfe ganz unmittelbar ankommt.“
Und genau so hatte sich die Liebfrauenschule das auch gewünscht. Direktorin Engeline Aymans: „Seit Jahren machen wir beispielsweise den Osterbasar für einen guten Zweck, haben häufig Misereor mit dem Reinerlös unterstützt. Aber die Schülerinnen und Schüler hatten sich gewünscht, ganz genau zu erfahren, wohin ihre Spenden gehen, wo sie helfen. Und da haben wir die Solidaritätsstiftung um Unterstützung gebeten – wen sonst in der Arnold-Janssen-Stadt Goch?“ Hinzu kommt, dass Engeline Aymans selbst eine Verwandte hat, die Steyler Missionarin ist.
Rasch war die Partnerschule in Ghana gefunden, die Steyler Missionsschwester Angelina Gerharz half sofort. Sie selbst arbeitet in einer Berufsschule, die Teil eines Schulzentrums ist, das einen Kindergarten, eine Grundschule und eine „Primary School“ für Mädchen und Jungen von fünf bis maximal zwölf Jahren vereint. Dr. Georg Kaster, Geschäftsführer der Stiftung: „Im Unterschied zu Deutschland beginnen viele Schülerinnen und Schüler nicht mit sechs Jahren die Schulbildung, sondern sitzen unter Umständen noch mit 25 Jahren zusammen mit den ,Kleinen’ auf der Schulbank.“ Jeder Euro, den die Kinder der Liebfrauenschule vom Osterbasar, aber auch zu St. Martin, bei Solidaritätsläufen oder ähnlichen Aktionen überweisen, wird dringend benötigt, beispielsweise für die Beschaffung von Schulmaterialien oder für bessere Ausstattung der Klassenräume. Unterstützt werden aber vor allem Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht zahlen könnten. So gibt die Hilfe aus Goch ganz bestimmten Menschen ganz konkret Bildung – und ermöglicht ihnen damit eine bessere Zukunft.
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