Goch: Flachsmarkt – ganz nah dran
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 28.11.2007Goch (RPO). Flachsmarkt Nummer zwei in Goch: Gestern gab’s nicht nur Kleidung, Kurzwaren und Kurioses,
gestern stellte auch die RP am eigenen Cafémobil vor der Buchhandlung am Markt sich und ihr neues Konzept vor.Es gibt sie noch, die drolligen Dinge – und die kuriosen. Wenn nicht mehr überall, dann zumindest in Goch, zweimal im Jahr wenn Flachsmarkt ist. Dann schwärmen sie aus in Richtung Goch, die fliegenden Händler. Und die Käufer, die tun das gleiche. Rappelvoll war’s gestern vom Start weg in der Gocher City. Kalter Wind und kalte Füße? Das ist alles kein Hinderungsgrund! Wenn’s gestrickte Socken gibt und die fleischfarbenen „Pagenhosen“, Pullöverkes und Bademäntel, Kurzwaren in Riesen-Auswahl, Fingerhüte, Zwiebelwurst und Zwiebelmuster.
Die vegetarische Zahnbürste
300 Anbieter
An die 300 Händler waren gestern zum zweiten Flachsmarkt des Jahres nach Goch gekommen, bauten in aller Herrgottsfrühe die Stände des „größten Open-Air-Kaufhauses am Niederrhein“ auf, am Markt, an der Brückenstraße, rund ums Rathaus, auf der Bahnhof-, der Steinstraße. Der Wochenmarkt wurde besonders harmonisch in den Flachsmarkt einbezogen.
Und dann all die Dinge, die es sonst wirklich nirgendwo gibt. Beispielsweise die „vegetarische Zahnbürste“. Sehen, staunen, grübeln – und erkennen: Das sind einfach Knacker, nicht für den Menschen, sondern für Bello. Vielleicht lieber der Dosenöffner, der (so kündigt ihn jedenfalls der veräußernde Marktschreier an) „eine Art Versicherungspolice“ ist, weil’s ja zehn Jahre Garantie gibt.
Auch mit Garantie „und viel billiger als im Fernsehen“: der narrensichere Messerschärfer. Wer den schon hat, der braucht dann bestimmt „den weltbesten Fugenkratzer“, ebenso lautstark angepriesen. Offenbar zur Zeit einer der letzten Schreie, weil gleich mehrfach phonstark präsentiert: Wischtücher, die irgendwie aussehen wie Mutters alter Mopp oder Omas angejahrter Zottelberber. Wer kauft, der kauft nicht nur den Artikel, der honoriert damit auch die Vertriebs-Aktivitäten der fliegenden Händler, belohnt sie für ihre Wortgewandtheit. Ganz ohne Internet und ganz nah dran am Publikum. Ganz nah dran am Leser: die Rheinische Post. Jürgen Loosen, Leiter der Redaktion in Kleve, und RP-Redakteur Thomas Claaßen hatten ja mit allerhand Zulauf gerechnet. Dass der Andrang so groß werden würde – das hätten auch sie nicht gedacht. Viele Gespräche über den neuen RP-Lokalteil, viele Fragen, vor allem aber: viel Lob war’s, das Gocher Flachsmarkt-Besucher, aber auch Gäste der Stdt äußerten. Beispielsweise über den Heimatreporter, der fester Bestandteil der neuen RP geworden ist. Dafür schicken RP-Leser Fotos und kleine Texte beispielsweise von (Vereins-)Festen, von Ausflügen und von allem, was sonst so im Club, in der Schule, im Kindergarten passiert.
Großen Gefallen fanden viele Leser auch an der neuen Aufteilung des Lokalteils, die dafür sorgt, dass die Zeitung eben „näher dran“ ist. Vor allem jüngere Leser schätzen die „Frage des Tages“, immer unten links auf der ersten Lokalseite.
Und dann... gab’s am Glücksrad der RP was zugewinnen. Der Zulauf war so groß, dass die Preise, die das Team aus Düsseldorf mitgebracht hatte, so gerade reichten. Trotz des gewaltigen Vorrats, den sie dabei hatten. Und auch der Kaffee floss in Strömen...
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