Goch: Freizeit lebenswert gestalten
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 06.10.2008Goch (RPO). In Weeze hat sich ein offener Frauen-Freizeit-Treff gebildet, der einmal im Monat Veranstaltungen für alle Weezerinnen anbietet. Hervorgegangen ist das Angebot aus dem Projekt „Lebens-Wert? Wohnort Gemeinde“.
Weeze Am Anfang war es eine schwere Geburt. Claudia Rothenburg-Alway hatte durch ihre Aktivitäten im Weezer Ortsgeschehen mitbekommen, dass viele Frauen, deren Kinder aus dem Haus sind, nach einer Möglichkeit suchten, die Lücke zu füllen. Daraufhin bewarb sie sich bei der Katholischen Bundesagentur für Erwachsenenbildung (KBE), die mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Projekt ausgeschrieben hatten: „Lebens-Wert? Lernort Gemeinde“ lautete der Titel.
Als sie angenommen wurde, fragte sie die Frauen des Ortes, doch plötzlich wollte keiner mehr so richtig. Schließlich bildete sich doch ein Kreis aus sechs Frauen, die gemeinsam ihre Freizeit gestalten wollten. „Ich hatte in meinem ursprünglichen Konzept mit Frauen zwischen 35 und 50 Jahren gerechnet“, erzählt Rothenburg-Alway. Jetzt ist die 48-Jährige die Jüngste der Gruppe, die sich regelmäßig trifft, um den „Frauen-Freizeit-Treff Weeze“ zu organisieren – einen offenen Treff, der an jedem letzten Mittwoch des Monats stattfindet.
„Lesehäppchen“
Gemeinsam planen die sechs Frauen die Aktivitäten – und blühen dabei förmlich auf: „Es ist toll zu sehen, dass die Frauen ein ganz anderes Selbstwertgefühl bekommen“, stellt die Initiatorin freudig fest. „Am Anfang hieß es meist ‚Ich bin ja nur Hausfrau‘, und mittlerweile erkennen sie, wie wertvoll die ganze Arbeit und der ehrenamtliche Einsatz sind.“
Ein Geheimtipp sind die regelmäßigen „Lesehäppchen“ des Frauentreffs schon nicht mehr, der Zuspruch ist groß. „Genießen und Zuhören“ heißt es für einen Nachmittag, an dem es Literarisches mit passenden Leckereien gibt. Stand beispielsweise „Des Lebens Süße“ im Mittelpunkt von unterhaltsamen Gedichten und Kurzgeschichten, gab es ein süßes Buffet dazu.
Gemeinsame Radtouren, Spiel-Abende und Ausflüge werden den Weezer Frauen ebenfalls angeboten, und zwar immer zu möglichst günstigen Preisen. „Wir möchten schon, dass alle interessierten Frauen teilnehmen können“, betont Rothenburg-Alway – egal welchen Alters oder welcher Konfession.
Die anstehenden Veranstaltungen werden in den Kirchen angekündigt und mit individuell gestalteten Einladungen Publik gemacht. „Die werden teilweise richtig gesammelt“, erzählt die Weezerin lachend. „Unsere erste Einladung war eine Banane, nach dem Motto: ‚Die Zeit ist reif, sich zu treffen‘.“
Rund 25 Frauen dabei
Die Idee von Claudia Rothenburg-Alway geht auf, mittlerweile sind rund 25 Frauen regelmäßig bei den Treffen. „Die melden sich sogar ab, wenn sie mal nicht können.“ Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten läuft das Projekt besser als an den sechs anderen Standorten. „Wir werden auch nach dem Projekt weiter machen“, verspricht Rothenburg.
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