Goch: Freunde aus Ghana
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 03.06.2008Goch (RPO). Besuch aus Ghana in Pfalzdorf: Eine Delegation der Schwestergemeinde St. Theresa in Nandom ist bis zum 16. Juni zu Gast. Auf dem Programm stehen Besichtigungen, Begegnungen und Gespräche.
GOCH-PFALZDORF Die Gäste von der Schwestergemeinde St. Theresa aus Nandom in Nordwestghana konnten nur noch staunen: So große Kühe wie im Stall der Landwirte Wilhelm und Johannes van de Loo, Asperberg 12, in Pfalzdorf hatten sie noch nie gesehen. „Bei uns sind die Kühe nur so groß wie halbjährige Rinder“, sagte Farmer Stanislaus Nasaal (52), der zusammen mit Father Fabian Bebobra (42), Pfarrer von St. Theresa, und Krankenschwester Mary Magdaline Maabier (46) den Ghana-Kreis von St. Martinus Pfalzdorf besucht. „Die Tiere laufen bei uns frei herum und suchen ihr Futter selbst, sie werden nicht gemolken. Es gibt auch keine Möglichkeit, Milch zu kühlen“, erläutert der Farmer.
Visum verweigert
Einem vierten Gast, dem 30-jährigen Felix, war das Visum von der deutschen Botschaft in Accra verweigert worden. Da er der Repräsentant sämtlicher Jugendgruppen der Pfarrei ist, ist die Nandomer Pfarrjugend verständlicherweise darüber sehr enttäuscht. „Auch uns tut diese Entscheidung sehr leid, weil wir uns von seinem Hiersein einen engeren Kontakt zwischen der Jugend hier und in Nandom versprochen hatten“, erklärte Maria Huismann, Sprecherin des Pfalzdorfer Ghana-Kreises.
Die Partnerschaft wurde 1989 gegründet. Es ging darum, die Menschen und ihre Lebensumstände, ihre Kultur und die Ausübung des gemeinsamen Glaubens kennen zu lernen. Etwa alle zwei Jahre besuchen kleine Gruppen der beiden Pfarrgemeinden einander, abwechselnd in Nandom und in Pfalzdorf. Maria Huismann: „Diese persönlichen Begegnungen sind unverzichtbar, denn Partnerschaft braucht Gesichter.“ Auch finanzielle Hilfe aus Pfalzdorf ist gefragt. Je nach Jahreszeit und Klima – Baumsteppe mit sehr kargen Böden – müssen die Menschen in Nandom hungern. „Trotz ihrer Armut sind sie reicher als wir, was Herzenswärme, Nächstenliebe und Lebensfreude betrifft“, betont Maria Huismann, die selbst zum Jahreswechsel 2000/2001 in der Partnergemeinde war.
Durch zahlreiche Aktionen war es dem Ghana-Kreis bereits möglich, verschiedene Projekte zu unterstützen, wie die Dachreparatur der Kirche, den Bau einer Mehrzweckhalle, die Errichtung von Solaranlagen und vor allem durch einen Fonds die Schulbildung der Kinder. Darüber hinaus geht ein Betrag zur „action medeor“, der für Medikamente bestimmt ist. Die Gäste sind jetzt eine Woche am Niederrhein und bleiben bis zum 16. Juni. Sie unternahmen eine Rundfahrt durch Pfalzdorf, wurden von Bürgermeister Karl-Heinz Otto empfangen, besuchten den Kindergarten und die Hauptschule in Pfalzdorf, fuhren nach Holland und nahmen am Pfarrfest teil. Weitere interessante Besichtigungen, Begegnungen und Besuche stehen noch bis zum Rückflug auf dem Programm. Und auch dieser Aufenthalt zeigt: Die Partnerschaft von Pfalzdorf mit der Schwestergemeinde St. Theresa in Nandom ist inzwischen längst zur Freundschaft geworden.
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