Uedem: Frisch, fröhlich, Fidelitas
VON RITA HANSEN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2008Uedem (RPO). Die Uedemer Narrenfreunde machten ihrem Namen alle Ehre. Dass sich bei der Sitzung im Bürgerhaus besonders die Frauen einiges anhören mussten, war Teil des Programms: Hoffnung auf eine Revanche im kommenden Jahr.
Wie herrlich komisch man doch mit Halbwissen die Welt erklären kann! Und der Niederrheiner an sich ja sowieso. Für wortakrobatische Angriffe auf die Lachmuskeln sorgten jedenfalls „Die Drei“ (Klaus Görtz, Rainer Wessels. Ralf Kerkmann) dank ihrer Missverständnisse von Begriffen zwischen Pyramiden und Pigmenten. Mit spritzigen, heiter-ironischen Kommentaren nahmen die Akteure der Fidelitas am Sonntag im Bürgerhaus das Geschehen in der Welt und vor allem im Schusterstädtchen auf die Schippe.
Wortgewandt musikalisch
„Schüsterken und Stift“ (Jucki Bornheim und Jüngi Loefs) hatten gut aufgepasst und taten auf Platt ergötzlich kund, was sich seit der vergangenen Session zugetragen hatte. Die „Parodisten“ brachten eine musikalische Aufarbeitung der Ereignisse mit und die Jecken zum Schunkeln und Mitsingen. Sie unterhielten mit wortgewandten Beiträgen über verschwundene Autos und Hasenjagden. Pastor Geurtz zog es vor, „nicht lange hier zu eiern, ich habe bald noch anderes zu feiern“.
Unterstützung
Gut gelaunt begeisterte das Gocher Prinzenpaar, Prinz Ulrich II. und Prinzessin Nicole II., nebst seiner Garde mit einem Besuch die Uedemer Narrenschar im Bürgerhaus.
Die musikalische Unterstützung des jecken Treibens übernahm der Musikverein Concordia 1829 Uedem.
„Die Frauen bekommen heute viel ab. Das machen wir extra“, warnte Sitzungspräsident Klaus Goertz gut aufgelegt. Man wolle die Damenwelt dazu bringen, im kommenden Jahr aus der Bütt heraus zurückzuschlagen. So hatten denn auch „Dänn Flittige“ (Carsten Otto) und „Der große Mike“ (Mike Baumann) teils das glucksende Lachen der Männer besonders auf ihrer Seite, beispielsweise beim Drive-In-Bankautomaten. Als einzige weibliche Vertreterin stand Schülerin „Susi“ (Katrin Hohl) mit ihren zwölf Jahren in der Bütt, um als Nachwuchskraft Kleider wie Wasser („genauso geschmacklos“), Mutters Fahrstunden oder Schulaufsätze zu kommentieren. Still beobachtend, aber laut verkündend sorgte „Luffi“ (Karl-Heinz Loefs) mit Märchenbüchern von dienenden Frauen oder den Renten-Diäten für Heiterkeit. Ging bis auf „Susi“ nur die Männerwelt in die Bütt, sorgten Mädchen und Frauen mit Tänzen für Furore.
Den Auftakt bildeten die Jüngsten vom Miniballett. Von Graf Dracula persönlich zum Leben erweckt wirbelten die kleinen Geister über die Bühne. „Girls, girls, girls“ lautete das Thema bei den „Knöllekes“. Das Knollenballett präsentierte sich nicht nur mit klassischem Gardetanz zu fetzigen Melodien, sondern auch fraulich, nachdem Kittel und Staubwedel verbannt waren, im Showtanz. Zu musikalischen Potpourris hatten die Tanzgruppen pfiffig-fantasievolle Choreografien zusammengestellt, denen es an akrobatischen Figuren nicht mangelte und die mit Raketen belohnt wurden.
Horst Schlämmer, Mike Krüger oder Anastacia: In der Playbackshow der Fidelfrauen fanden sich Künstler von Rang und Namen wieder, rotes Pferd inklusive.
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