Goch: Gefährliche Allianz
VON GABRIELE KRAFFT - zuletzt aktualisiert: 16.06.2011Goch (RP). "Süßes Gift" wird ab morgen im Kunstmarkt "Hof Nr. 3" in Pfalzdorf ausgelegt. Zu sehen sind Arbeiten von Daniel Zerbst. Wie der große Surrealist Salvador Dali lässt er sich im katalanischen Cadaqués inspirieren.
goch-pfalzdorf Der blau-weiße Sommerhimmel ist trügerisch, das unter ihm schwebende Luftschiff bedrohlich groß. Was die spärlich bekleideten Mädchen in dem goldenen, bis zum Horizont wogenden Kornfeld verloren haben, bleibt rätselhaft. Sie halten sich an den Händen, als suche eine der anderen Sicherheit in einer unwirtlichen Welt. Immerhin sind sie unbewaffnet. Ganz im Gegensatz zu dem "Revolvergirl" eines anderen Bildes, das mädchenhaft und bedrohlich zugleich mit der Waffe zielt, während sich über düsterem Untergrund die Windräder drehen.
"Bodyprints"
Keine heile Welt, keine freundliche, der Daniel Zerbst da Gestalt gibt. Vielmehr gehen Erotik, Gewaltbereitschaft und Unschuld vor dem Hintergrund gewaltiger Windparks, surrealistischer Landschaften und Megastädte eine gefährliche Allianz ein, sorgen für eine unheilvolle Atmosphäre.
Neben Arbeiten aus Zyklen wie "Revolvergirls" und "The Promised Land", gezeichnet und in Öl auf Leinwand gemalt, werden in der Ausstellung aber auch "Bodyprints" (überarbeitete Abdrucke nackter Körper auf Papier) gezeigt. Außerdem sind dreidimensionale Miniaturen, eine Videoprojektion von aktuellen Kurzfilmen sowie eine spezielle Grafik-Edition in Zusammenarbeit mit dem in Goch ansässigen Künstler Botti (Hans-Hermann Bottenbruch) zu sehen.
Morgen Eröffnung
Was Ausstellung "Süßes Gift" mit Arbeiten von Daniel Zerbst.
Wann Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers am Freitag, 17. Juni, 18.30 Uhr. Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag 14 bis 19 Uhr, Mittwoch, Donnerstag, 14 bis 18 Uhr. Besichtigungen nach Absprache sind jederzeit möglich. Die Ausstellung dauert bis zum 26. Juli, zur Präsentation erscheint eine Vorzugsgrafik.
Wo Kunstmarkt "Hof Nr. 3" in Goch-Pfalzdorf, Frankfurterstraße 3, Tel. 02823 9274990, E-Mail: info@hofnummer3.de.
Internet www.hof-nr3.de
Parallel zu "Süßes Gift" wird im "Hof Nr. 3" weiterhin eine exklusive Auswahl von Dali-Exponaten zu sehen sein.
Zu den Videoprojektionen gehört "Transit", der in Spanien für den "Metropolispreis" nominiert wurde und mit der Ausstellung in Pfalzdorf seine Deutschland-Premiere erlebt. Die fantastische Liebesgeschichte erzählt vom Reisen durch die Zeit und der Last der Unsterblichkeit.
Daniel Zerbst, Jahrgang 1974, stammt aus Braunschweig, lebt und arbeitet in Spanien. Der gelernte Gold- und Silberschmied absolvierte eine Ausbildung an der Fachschule für angewandte Kunst in Hannover und Braunschweig. Er hat europaweit bereits an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. In Barcelona wurden seine Werke zusammen mit Arbeiten von beispielsweise Richard Hamilton, Damien Hirst oder Salvador Dali gezeigt.
Wie Hamilton, Dali, Max Ernst und Picasso hat sich Zerbst von dem wilden Charme des katalanischen Küstenortes Cadaqués und des Naturparks "Cap de Creus" faszinieren lassen. Malerfürst Dali hat einen großen Teil seines Lebens dort verbracht und ließ sich seine eigene surrealistische Trutzburg bauen. Daniel Zerbst hat sein Atelier in einem verlassenen Dali-Museum gefunden. Es bietet für seine Arbeiten die notwendige Abgeschiedenheit und Ruhe.
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