Goch: Gemeinsam gegen Demenz
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 12.02.2008Goch (RPO). Das „Netzwerk Demenz im Kreis Kleve“ erwartet etwa 120 Teilnehmer bei der ersten Tagung zum Thema „Wohnen und Leben im Alter im Kreis Kleve“. Bei der vierstündigen Tagung werden fünf Workshops angeboten.
Demenz ist die Hauptursache für Pflegebedürftigkeit im Alter. Der Volksmund kennt den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit vor allem unter dem gefürchteten Begriff „Alzheimer“, der oft mit Vergesslichkeit und Unselbstständigkeit in Verbindung gebracht wird. Dabei ist Alzheimer medizinisch gesehen nur eine der zahlreichen Formen, in der Demenz auftreten kann. Die Folgen sind oft Vereinsamung und massive Einschränkungen im alltäglichen Leben.
20 Spezialisten im Netzwerk
Um die Lebenssituation demenzkranker Menschen zu verbessern, wurde im Mai 2007 das „Netzwerk Demenz im Kreis Kleve“ gegründet. Es zählt 20 Mitglieder, darunter zahlreiche Spezialisten aus Kliniken im gesamten Kreisgebiet. „Wir sind stolz, dass dieses Netzwerk so hochkarätig besetzt ist“, erklärt dessen Sprecher Helmut Woerner. Auch Repräsentanten caritativer Einrichtungen sowie Landtagsmitglied Frank Killewald haben sich der Initiative angeschlossen.
„Durch die Bündelung der Kompetenzen erhoffen wir uns eine bessere Versorgung für Demenzkranke im Kreis“, so Woerner weiter. Obwohl die Krankenhäuser natürlich auch untereinander konkurrieren, dient das Netzwerk ausschließlich dem Gemeinnutzen. Mit Projekten wie „Kompetenz für Demenz“ wollen die Mitglieder Angehörige von demenziell Erkrankten aufklären und schulen.
Wohnen und Leben im Alter
Eine weitere wichtige Idee der Initiative ist das Ausrichten von Tagungen. Am Freitag findet in der Gesamtschule Mittelkreis Goch die erste Tagung des Netzwerkes mit dem Thema „Wohnen und Leben im Alter im Kreis Kleve“ statt. Bei der vierstündigen Veranstaltung stehen fünf verschiedene Workshops auf dem Programm, die jeweils von zwei Experten geleitet werden. Schüler der Gesamtschule Mittelkreis werden außerdem ein Referat über die demografische Entwicklung des Kreises Kleve halten. Birgit Ottensmeier von der Bertelsmannstiftung referiert über Herausforderungen und Veränderungen im Leben Demenzerkrankter. Die Ergebnisse der Workshops werden am Ende der Veranstaltung vorgestellt und diskutiert, anschließend laden Ulli Tückmantel, RP-Redaktionsleiter in Geldern, und Tommi Bollmann, Chefredakteur von Antenne Niederrhein, zur offenen Podiumsdiskussion ein. „Wir haben fast 120 Zusagen für die Tagung. Das Interessante ist, dass nicht nur Fachleute, sondern auch Bürger aus verschiedenen Berufen teilnehmen“, erklärt Helmut Woerner.
Die Tagung beginnt um 14 Uhr mit der Begrüßung durch die Schirmherren, Landrat Wolfgang Spreen und Bürgermeister Karl-Heinz Otto. Sie endet dann gegen 18 Uhr.
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