Goch: Gemeinsam: Grimme und Goch
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 26.11.2008Goch (RPO). Startschuss einer Partnerschaft, wie es sie so noch nie gab: Das Grimme-Institut Marl und Goch haben viel vor in Sachen Reichswaldkaserne – gestern trafen sich Experten aus ganz Deutschland zum Thema Kinderfernsehen.
Kinderfernsehen und Reichswaldkaserne – passt das zusammen? Es passt – wenn das „Dach“ die Partnerschaft des Adolf-Grimme-Instituts und der Stadt Goch ist. Die Marler Nach-, Durch- und Querdenker (bekannt vor allem durch die Verleihung der begehrten Fernseh-Preise für qualitativ hochwertige Sendungen) und die Kleinstadt nennen ihre Zusammenarbeit „Medienpartnerschaft“. Klingt ziemlich theoretisch. Bürgermeister Karl-Heinz Otto machte gestern bei der Begrüßung der Experten aus dem ganzen Bundesgebiet klar, dass es ganz schön praktisch wird: Im Zuge der Umgestaltung des Reichswaldkasernen-Geländes wolle man die Menschen in der Stadt mit einbinden, Vorbereitung, Planung, Umsetzung transparent gestalten und dabei auch neue Medien nutzen.
Auslaufmodell
Verschwindet das Kindernfernsehen in Zeiten des Internets? Darüber diskutieren heute ab 14.30 Uhr im Kastell Fachleute des ZDF (und KiKa), des niederländischen Fernsehsenders KRO, von Super RTL, vom WDR und von Nick. Dabei ist auch Gert K. Müntefering, bekannt als Vater der Maus. Für Goch – und für die Praxis am Start: Engeline Aymans, Leiterin der Liebfrauenschule, und Daniela Ruelfs, Leiterin des Arnold-Janssen-Kindergartens, die ausleuchten, wie die schöne Theorie sich im Alltag umsetzen lässt.
Die Kaserne – die Bürger – das Web
Goch im Fernsehen? Nicht so nicht ganz. Uwe Kammann, Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, erläuterte der RP gestern am Rande der Fachtagung, wie er sich die Begleitung des Kasernen-Umbaus vorstellt: „Wir möchten über Kommunikation das Kommunale gestalten, die Bürger einbinden in die kritische und aktive Nutzung der Medien, die den Planungsprozess begleiten. Beispielsweise kann ich mir die Gestaltung einer eigenen Internetseite für das Reichswaldkasernen-Gelände vorstellen, auf der die Bürger der Stadt Goch ihre Ideen einbringen, die Planer inspirieren können.“
Dabei gehe es dann darum, statt der zufälligen Mitarbeit und Gestaltung eine geplante, strukturierte zu machen. Zielgruppe sind aber keineswegs nur Erwachsene. „Mehr-Generationen-Wohnen“ soll ja Wirklichkeit werden zwischen Pfalzdorfer Straße und der Bahn. Da mache es, sagt Kammann, Sinn, auch Gocher Kinder mit einzubinden – über Medienspiele beispielsweise. Am Ende könne eine große Ausstellung in Sachen Kasernengelände stehen.
Kunterbunter Bilderteppich
Auch Fernsehen? Das wird sich zeigen. Gestern und heute stand und steht im Kastell „der kunterbunte Bilderteppich“ auf dem Programm. Zum Thema „Kinder und Fernsehen“ sind Fachleute aus der Republik zusammengekommen.
Karl-Heinz Otto zeigte sich bei der Begrüßung stolz, dass diese Tagung in Goch und nicht in irgend einer Großstadt über die Bühne gehe, dass Fachleute zahlreicher öffentlich-rechtlicher und privater TV-Sender hier über die Zukunft, die Qualität und den Anspruch des Fernsehens für Kinder diskutieren. Eines klang immer wieder durch: Das Internet macht der Flimmerkiste zunehmend den Rang streitig.
Kein Streitpunkt: die perfekte Organisation durch die Stadt Goch. Kammann lobte vor allem Sandra Schleß von der Stadtverwaltung.
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