Goch: Goch – miteinander fernsehen
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Goch (RPO). Der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, und Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto gaben eine Medienpartnerschaft bekannt. Zum Auftakt findet am kommenden Wochenende im Gocher Kastell eine Tagung zum Thema Kinder und Fernsehen statt – Gäste herzlich willkommen.
Viele kennen den jährlich in Deutschland verliehenen Adolf-Grimme-Preis und verbinden mit ihm Auszeichnungen für Fernsehsendungen, die vorbildliche Qualität haben. „Dabei repräsentieren wir einen grundsätzlich kritischen Umgang mit den Medien“, sagte der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, bei der offiziellen Bekanntgabe der Medienpartnerschaft mit der Stadt Goch.
Bürgermeister Karl-Heinz Otto zeigte sich besonders stolz darauf, dass man „als erste Kommune überhaupt Partner des renommierten Instituts“ geworden sei. Die Zusammenarbeit beginnt mit einer Tagung zum Thema Kinder und Fernsehen am 25. und 26. November. Hochkarätige TV-Verantwortliche, Wissenschaftler und Fachleute aus der Erziehungspraxis werden unter dem Titel „Der kunterbunte Bilderteppich“ jeweils ab 10 Uhr im Gocher Kastell referieren und debattieren.
Diverse Public Viewing, bei sportlichen Großveranstaltungen mittlerweile eine feste Institution in Goch, haben bereits gezeigt, dass die Stadt buchstäblich in der Lage ist, gemeinschaftlich fernzusehen. Wenn man so will, knüpfen die Organisatoren mit dem Projekt genau an diesem Punkt an. Innerhalb einer Kommune über Kommunikation zu reden, klingt nicht nur vom Wortlaut her naheliegend, sondern beschreibt auch den banalen Alltag. Mittlerweile ist Fernsehen Teil alltäglichen Lebens und das eben auch und fast insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. „Wir müssen schon früh etwas tun“, befand Klaus Beck, Leiter des WDR-Studios Duisburg.
Beck werde in Zukunft ein weiteres, wie er sagte „hochspannendes“ Gemeinschaftsprojekt, die Entwicklung der ehemaligen Reichswaldkaserne „mit journalistischer Neugier“ beobachten und begleiten. Kammann ergänzte, dass es interessant sei, herauszufinden, welche Bilder Bürger über einen wachsenden Stadtteil sehen wollten. Wie die mediale Begleitung im Detail aussehen wird, blieb noch offen.
Wichtig sei jetzt, zu Beginn der Kooperation zu vermitteln, dass Medien eine Brücke sein können, und dass man Eltern und Erziehern durch die Tagung Rüstzeug für den sinnvollen Umgang mitgebe. Nicht nur Medienkompetenz sei von Nöten, sondern eine „Medienalphabetisierung“, so Kammann und brachte damit die altersübergreifende Notwendigkeit, sich bewusster mit dem Fernsehen auseinander zu setzen, auf den Punkt.
Quote und Qualität müssten sich, entgegen der Einschätzung des derzeit bei diesem Thema unvermeidbaren Marcel Reich-Ranicki, laut Kammann nicht zwingend ausschließen, und ausgewähltes Kinderfernsehen sei der Ausgangspunkt für die jungen Menschen, einen gesunden Umgang mit dem Medium zu entwickeln.
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