Goch: Goch wird vermessen
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 11:19Goch (RPO). Die 12er Leistungskurse Erdkunde der Gaesdonck waren mit GPS-Geräten in der Innenstadt unterwegs, um die Straßen und Sehenswürdigkeiten genau zu erfassen. Ende Juni sollen die Ergebnisse im Internet abrufbar sein.
Es gibt noch einige weiße Flecken auf der Landkarte von Goch. Natürlich nicht wirklich, aber virtuell – beim Kartierungsprogramm OpenStreetMap. Gestern haben sich Schüler des Collegiums Augustinianum Gaesdonck daran gemacht, die Lücken zu schließen. Ausgerüstet mit GPS-Geräten – kleinen Computern die den jeweiligen Standort mittels Satelliten anzeigen – machten sich die beiden 12er Leistungskurse Erdkunde auf den Weg durch die Stadt.
Bereinigung der Fehler
Manche Straßen seien beispielsweise einfach falsch eingezeichnet, erklärt Lehrer Andreas Peuten. Gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Simone Lange begleitet er das Projekt im Rahmen des Schulthemas "Urbane Räume, Stadtgeografie". Um die Bereinigung dieser Fehler kümmerten sich die Gaesdoncker. "Wir versuchen das zu optimieren", sagt die 18-jährige Leah Pauls. Das bedeutet auch, dass sie mit ihrer Gruppe – eins von insgesamt zehn Teams, die die Kartografierung vornahmen – bestimmte Standorte einzeichnete. Dies sind beispielsweise Sehenswürdigkeiten wie das Gocher Steintor, aber auch Kirchen, Schulen, Kindergärten, Tankstellen, Hotels und ähnliches. "Mit Fähnchen können wir die Sehenswürdigkeiten auf den GPS-Geräten markieren", erklärt Martin Okos.
Die google-Karten beispielsweise seien nicht lizenzkostenfrei verwendbar, weiß Marcel Mülders. Die Karten, die im Internet unter www.openstreetmap.org zu finden sind, hingegen schon. Sie werden von einer weltweiten Gemeinschaft nach und nach zusammengetragen. Die Kartografierung von Goch beispielsweise wurde vor zwei bis drei Jahren begonnen. Eine Arbeit, die die Gaesdoncker jetzt zu Ende führen wollen – zumindest für die Innenstadt und die angrenzenden Bereiche. Dafür ist der Weg von 15 Kilometern und mehr, den jede der Gruppen zurücklegte, aber nur der Anfang. Denn die ermittelten Daten und Informationen müssen ja noch eingepflegt werden, in die Datenbanken von OpenStreetMap. Dabei werden die Gruppen fächerübergreifend vom 12er Informatikkurs und seinem Lehrer Rudi Bergers unterstützt.
Akribisch erfasst
Geübt haben die beiden Kurse den Umgang mit der Ausrüstung und das Einpflegen der Daten bereits auf dem Schul- und Internatsgelände, das akribisch erfasst wurde – inklusive der gesamten Infrastruktur. Die Daten sind übrigens alle bereits im Internet zu haben. Die Standorte von Telefonzellen finden sich dort ebenso wie die Kirche, der hauseigene Friedhof, die Sporthalle oder die Lage sämtlicher Wege – auch der unbefestigten.
Zustande kam das Projekt durch den Klever Notar Dr. Ulrich Paus. Selbst in seiner Freizeit für die Kartografie-Gemeinschaft im Einsatz, hatte er auf der Gaesdonck angefragt, ob dort nicht Interesse bestehe, mitzumachen. Und Andreas Peuten freute sich über die neue Möglichkeit, das Thema Stadtgeografie anzugehen. Gemeinsam mit Dr. Simone Lange kann er sich bereits jetzt gut vorstellen, das Projekt in Zukunft auch mit anderen Kursen durchzuführen – dann vielleicht in einer Nachbarkommune
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