Goch: "Gocher Modell" eingeweiht
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Goch (RP). Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der Neubau der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau eingeweiht. Vorerst wird die 2,8 Millionen Euro teure Einrichtung mit den 22 Wohnungen als Interimspflegeheim genutzt.
Keine Frage, es ist ein unbescheidener Titel, den die neueste Erwerbung der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau da trägt. Nichts Geringeres als das "Gocher Modell" soll es sein. Vorbildcharakter soll es haben, laut der stellvertretenden Bürgermeisterin Gabi Theissen handelt es sich bei dem gestern eingeweihten Neubau am Redonplatz um ein "wegweisendes Konzept", eine Visitenkarte für die Stadt und, zu guter Letzt, gar eine "Marke". An Vorschusslorbeeren mangelt es dem "Gocher Modell" also nicht.
Nun muss es sich in der Praxis beweisen – allerdings zunächst als "Interimspflegeheim, wegen des Umbaus des Haupthauses", wie Franz Peters, Rendant der Bauherrin Bruderschaft, in seiner Rede ankündigte. (Wir berichteten über den anstehenden Umbau der 66 Apartments gleich neben dem Neubau und der daraus resultierenden vorübergehenden Umquartierung der Bewohner).
Kreuz als Geschenk
Nach der Einsegnung, die Pfarrer Günter Hoebertz und Pfarrer Albrecht Mewes gemeinsam vornahmen, überreichte Hoebertz dem Rendanten der Bruderschaft, Franz Peters, ein Kreuz als Geschenk. "Vielleicht", so Hoebertz, "wird es ja sogar hier im Herzen des neuen Gebäudes, dem Wohncafé, aufgehängt".
Rendant Peters war es auch, der das Prinzip des "Gocher Modells" den anwesenden Gästen erläuterte. Das bereits bestehende Angebot der in Goch seit dem 15. Jahrhundert tätigen Bruderschaft werde am Redonplatz durch die "Bereitstellung von senioren- und behindertengerechten Wohnungen, dem Angebot der sozialen Betreuung in Form eines hauseigenen Wohncafès, einen individuellen ambulanten Pflegedienst und eine physiotherapeutische Praxis gleich hier im Haus" erweitert. So sei "selbst bestimmtes und selbst gestaltetes Wohnen mit Versorgungssicherheit im Alter" gewährleistet. Menschen, die laut Erfahrung 85 Prozent ihrer Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, hätten damit alles gleich vor Ort.
Entstanden sind in den vergangenen zwölf Monaten (erst Anfang Januar war Richtfest) 22 Wohnungen, die aus Wohnzimmer mit Küche und Essplatz, Loggia, Schlafzimmer, Badezimmer, Flur, Abstellraum und einem Raum für Haushaltsgeräte bestehen. Es gibt 16 Apartments für je eine Person (52 Quadratmeter), drei für zwei Personen (64 Quadratmeter) und drei für je einen Rollstuhlfahrer (59 Quadratmeter). Diese Wohnungen verteilen sich allesamt auf die oberen drei Stockwerke. Im Erdgeschoss befinden sich der Pflegestützpunkt, die physiologische Praxis, die mit ihrer Kundschaft für eine weitere Belebung des Objekts sorgen soll und das "Herzstück" (Peters), das 90 Quadratmeter große Wohncafé.
Von hier sowie von der angrenzenden Terrasse haben die Bewohner und Besucher künftig einen freien Blick auf den Innenhof, die vielen Grünflächen – und auf die Bauarbeiten am Haupthaus nebenan. Zu sehen gibt es also genug rund um das "Gocher Modell".
Internet Weitere Berichte rund um die Bauvorhaben der Bruderschaft gibt es auf www.rp-online.de/goch
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