Goch: Helau, Alaaf und Amen
VON HELENA BAERS - zuletzt aktualisiert: 10.11.2009Goch (RPO). Zum achten Mal fand die Wallfahrt der Karnevalisten statt. Mehr als 750 närrische Pilger holten sich ihren Segen für die am 11.11. beginnende Session ab.
Viele Besucher der Marienstadt trauten ihren Augen nicht: Rund 750 Karnevalisten aus 40 Vereinen, natürlich in Uniform, zogen musizierend und feiernd durch die Stadt. Grund dafür war nicht etwa ein Fehler im Terminkalender der Vereine, sondern die jährliche Wallfahrt der Karnevalisten, die immer am Sonntag vor dem 11.11. stattfindet.
Wie für die "normalen" Pilger war das Hochamt in der Basilika der Höhepunkt der Wallfahrt, die morgens mit einer Begrüßung aller Vereine im Forum Pax Christi begann. Die Kirche war wie im vergangenen Jahr, als 2000 Kirchbesucher an der Messe teilnahmen, proppenvoll. Viele bunte Funkenmariechen, Prinzessinnen in Festkleidern und rot, blau oder gelb gekleidete Elferräte boten ein farbenfrohes Bild, das einen guten Kontrast zu den dunklen Wänden der Basilika bot. Beliebt ist die Messe vor allem, weil sich dort Karneval und Kirche zu einem Gottesdienst der etwas anderen Art verbinden. Neben den traditionellen Gebeten und Chorgesängen werden nämlich auch Karnevalslieder gespielt.
Sessionseröffnung
Der VfR Blau-Gold Kevelaer lädt wie im jeden Jahr alle Interessierten zur Sessionseröffnung ein. Am Mittwoch, 11. November, finden sich die Karnevalisten ab 11.11 Uhr in der Gaststätte Joosten auf der Rheinstraße ein.
Motto dieser Session ist: "Genug lamentiert, nau wörd gefiert".
Dank für die gute Session
"Dazu bedanken sich die Prinzen und Prinzessinnen für eine gute Session und bitten für eine gute Regentschaft für die nächsten zwölf Monate", beschreibt Egon Kammann den Zweck der Wallfahrt. Kammann ist Präsident des "Vereins zur Förderung des Rosenmontagzuges Blau-Gold Kevelaer", der die Wallfahrt organisiert. Diese einmalige Atmosphäre ist es, die viele Karnevalisten jedes Jahr wieder in die Basilika treibt. "Es ist eine andere Art von Messe, sehr locker", bestätigt die noch amtierende Prinzessin Ines I. aus Hartefeld. Es sei zwar schon ein komisches Gefühl, im Prinzessinnenkostüm in der Kirche zu sitzen, aber "man kriegt Lust auf mehr".
Der gute Ruf der Wallfahrt hat sich inzwischen auch schon weit herumgesprochen. Die teilnehmenden Vereine kamen nicht nur aus der niederrheinischen Nachbarschaft, sondern aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Karnevalsgesellschaften aus Wuppertal, Erftstadt, Essen, Köln und Bonn nahmen die Reise auf sich, um sich den Segen der Kirche für ihre neue Session zu holen. Für die Karnevalisten ist es kein Widerspruch, das Feiern im Karneval mit dem Beten in der Kirche zu kombinieren.
Das findet auch der Kevelaerer Bürgermeister Axel Stibi. "Man kann in der Basilika ruhig mal die Hände zum Himmel strecken", erklärte er während seiner Begrüßungsrede in Anspielung auf das gleichnamige Karnevalslied, das auch während der Messe gespielt wurde und gleichzeitig als Motto der Wallfahrt dient. "Beten und Feiern verträgt sich", so sein Fazit.
Das setzten die närrischen Pilger im Anschluss an den Gottesdienst auch direkt in die Tat um: Nach dem Umzug durch die Kevelaerer Innenstadt wurde direkt im Bühnenhaus gefeiert.
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