Goch: Hilfe beim Kinderwunsch
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009Goch (RPO). Dr. Susanne van der Velden, Gynäkologin am Gocher Krankenhaus, will Paaren auf natürliche Weise zur Schwangerschaft verhelfen. In Deutschland und den Niederlanden ist sie bisher die einzige Expertin dafür.
Der erfolglose Wunsch nach Kindern treibt immer wieder Paare um. In-vitro-Fertilisation ist häufig die Antwort auf dieses Problem. Im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital wird jetzt eine "natürliche" Alternative dazu angeboten – ohne künstliche Befruchtung.
"Ich habe mich immer für ,Kinderwunsch' interessiert, das ist so schrecklich, wenn man kein Kind bekommen kann", sagt Dr. Susanne van der Velden. Die Gynäkologin, die seit April Oberärztin an den Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (kkikk) ist, hat die Lösung mitgebracht – FertilityCare (Sorge für die Fruchtbarkeit) und NaProTechnology (natürliche Fortpflanzungstechnologie).
"Die Ursachen der Unfruchtbarkeit sind vielfältig", sagt van der Velden. Die FertilityCare-Methode sensibilisiert Paare für den weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Seine Dokumentation ist ein wesentliches Diagnosemittel, wenn die NaProTechnologie zum Einsatz kommen soll. Der Weg zur natürlichen Fruchtbarkeit – wenn diese hergestellt werden kann – ist dreistufig: 1. Besuch des FertilityCare-Kurses in Nimwegen, 2. Diagnosegespräch mit der Ärztin im Wilhelm-Anton-Hospital, 3. Wiederherstellung der Fruchtbarkeit und gynäkologischen Gesundheit. Anschließend kann dann eine natürliche Schwangerschaft entstehen.
Die verschriebenen Medikamente sind die üblichen in der modernen Reproduktionsmedizin verschriebenen Mittel. Nur, dass sie bei dieser Methode eingesetzt werden, um den natürlichen Zyklus zu unterstützen und die Fruchtbarkeit zu verbessern. Die behandelnde Ärztin kenne den jeweiligen Zyklus und wisse, wann welche Hormone gebraucht würden. Parallel wird von Fachärzten auch eine entsprechende Diagnostik beim Mann durchgeführt.
Offene Türen bei Kollegen
Zur Zeit ist Susanne van der Velden die einzige Gynäkologin in Deutschland und den Niederlanden, die diese Methode anwendet – sie selbst hat sie in Nebraska (USA) kennen gelernt. Zu ihren Patientinnen gehört bisher erst eine Niederrheinerin. Die erste Frau ist aus Dänemark zu ihr gekommen, Nummer zwei und drei kamen aus Paris und Amsterdam zur Behandlung. Momentan baut sie ein Netzwerk von Beratern auf.
Die Gynäkologen im Kreis sind bereits über die Möglichkeit informiert worden. Und van der Velden war freudig erstaunt über die offenen Türen auf die sie bei Kollegen, dem Krankenhaus und natürlich bei den Patientinnen gestoßen sei. Für die Seite der kkikk begrüßt Pressesprecherin Stefanie Hamm diese Methode der "Kinderwunschbehandlung".
Susanne van der Velden legt bei der Behandlung viel Wert auf Stressfreiheit für ihre Patientinnen. Sie sollen so wenig wie möglich ins Krankenhaus kommen müssen – der Druck schwanger zu werden, sei auch so schon groß genug. Deutsche Studien zum Erfolg der Methode gibt es bisher nicht, aber englischsprachige belegen, dass die NaProTechnology erfolgreicher ist, als künstliche Befruchtung. Allerdings, so gibt die Oberärztin zu bedenken, finanziell tut sich bei beiden Methoden nicht viel, da die Krankenkassen die Behandlung in der Regel nicht übernehmen.
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