Goch: Klever im Doppelpack
VON KATRIN HAAS - zuletzt aktualisiert: 15.08.2009Goch (RPO). Zweimal Freude mal vier: Im St. Antonius-Hospital Kleve wurden innerhalb von neun Tagen vier Zwillinge geboren. Auf der Station für Frühgeburten erblicken oft Pärchen das Licht der Welt, allerdings nicht so gehäuft.
Kleve Vier Zwillinge in neun Tagen. "Das ist auch für uns außergewöhnlich", sagt Doktor Birgit Niemeyer, Oberärztin der Neonatalogie im St. Antonius Hospital Kleve. Doch der Zufall hört hier längst nicht auf: Sieben der acht Kinder tragen einen Vornamen mit "M". Das wussten die Eltern aber selbst nicht und haben erst vor kurzem überrascht von der ähnlichen Namenswahl erfahren.
Die acht Zwillinge waren Gesprächsthema Nummer eins auf der Station. Die Zwillinge wurden im Zeitraum vom 29. Juli bis 7. August in der Neonatalogie, der Station für Frühgeburten und außergewöhnliche Schwangerschaften im St. Antonius Hospital Kleve geboren. Die ersten beiden Kinder waren Sebastian und Maiko Jentsch, geboren am 29. Juli. Sebastian ist der einzige, der aus der ähnlichen Namensreihe herausfällt. Familie Jentsch war ebenfalls die erste, die das Krankenhaus verlassen durfte.
Über dem Schnitt
Kleve liegt bei den Geburten drei Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2008 wurden in der Stadt Kleve 723 Kinder geboren, darunter waren 16 Zwillingsgeburten. In diesem Jahr sind bisher 13 Zwillingspärchen geboren worden.
Im Schnitt kommen auf 80 Geburten ein Zwillingspaar. Bundesweit steigt der Anteil der Zwillingsgeburten aufgrund der vermehrten künstlichen Befruchtung.
Hohe Wahrscheinlichkeit
Am 31. Juli folgten Markus und Melanie Koch. Ihre Mutter, Agatha Koch aus Emmerich, ahnte, dass sie Zwillinge bekommen würde. In ihrer und der Verwandschaft ihres Mannes gab es schon Zwillingsgeburten, die Wahrscheinlichkeit bei den Kochs lag also ziemlich hoch. Das dritte Babypaar sind Maike und Maja Weidtkamp. Ihre Eltern, Maik und Susanne Weidtkamp aus Goch haben schon vier Jungs zuhause. Der Jüngste ist vier Jahre alt und hat schon Besitzansprüche angemeldet, das seien "seine Zwillinge". Um sicher zu gehen, haben sich die Weidtkamps für eine Entbindung auf der Neonatalogie in Kleve entschieden.
Maik Weidtkamp ist Rettungsassistent und weiß aus beruflicher Erfahrung, dass bei Komplikationen das meiste auf den Säuglingstransporten zwischen den Krankenhäusern passiert.
Die Neonatologie
Die Neonatalogie ist die einzige im Umkreis auf ihrem Level. Die Unterteilung folgt nach den Leveln eins, zwei und drei (die Klever Neonatalogie hat das Level zwei). So suchen auch Eltern aus dem ganzen Kreis die Station auf.
Die letzten beiden Zwillinge Melina und Marlon Bonn liegen noch im Brutkasten. Zwillinge wiegen zwischen 960 und 2400 Gramm, oft ist ein Säugling kleiner und schmächtiger als sein Geschwisterchen. Die Geburt der acht Klever Zwillinge lag zwischen der 30 bis 36 Wochen, vier bis zehn Wochen vor dem Termin. Zu zweit haben die Babys weniger Platz, sodass sie oft schon früher geboren werden. Dann liegen sie zunächst in einem Brutkasten, der die Kinder mit der nötigen Wärme versorgt. Temperaturen bis zu 38 Grad werden hier erreicht.
"Das ist wie im Tropischen Garten", sagt Niemeyer. Später kommen sie dann in ein Wärmebettchen oder ein normales Bett, bevor es dann ab nach Hause geht. Die Eltern sind sich einig: Doppelt sieht man besser!
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