Uedem: Kolosse bei der Arbeit
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010Uedem (RPO). Ackerbau aus dem frühen 20. Jahrhundert wird am Sonntag beim zweiten Uedemerfelder Kaltbluttag geboten. Im Mittelpunkt stehen die riesigen Kaltblutpferde, die den Bauern früher mit viel Muskelkraft die Arbeit erleichterten.
Nur ein PS? Für eine landwirtschaftliche Maschine des 21. Jahrhunderts wäre das zugegeben etwas wenig. Vor einem Jahrhundert gab es aber noch keine dieselbetriebenen Geräte, die den Landwirten bei der Arbeit halfen. Nur eine einzige Pferdestärke bot den Feldarbeitern Unterstützung – die Pferdestärke eines bis zu 1000 Kilogramm schweren Kaltblutes, das mit kolossaler Muskelkraft Lasten ziehen kann, die das doppelte des eigenen Körpergewichtes weit übersteigen.
Historische Gerätschaften
Schwere Arbeit, schweres Ross und schwere Gerätschaft – beim zweiten Uedemerfelder Kaltbluttag demonstrieren die Kaltblutfreunde des Reitervereins "von Seydlitz" Uedem, wie Ackerbau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrieben wurde. Vom Pflügen und Walzen bis hin zum Eggen, Säen, Heuwenden und Düngen werden fast alle Arbeiten verrichtet, wie sie damals auf einem Acker anfielen. "Wir verfügen mittlerweile über fast alle Geräte, die damals benutzt wurden", sagt Gerd Ingenerf, Mitglied der Uedemer Kaltblutfreunde. Vor einigen Jahren entdeckten die ersten Uedemer ihre Leidenschaft zum historischen Ackerbau, kauften nach und nach immer mehr Geräte und restaurierten diese. Vor drei Jahren kam dann die Idee, einen Kaltbluttag zu veranstalten. Mit Erfolg – die Veranstaltung fand viel Zuspruch, deswegen entschlossen sich die Kaltblutfreunde, in diesem Jahr eine Fortsetzung zu organisieren.
Der Kaltbluttag
Der 2. Uedemerfelder Kaltbluttag findet am Sonntag, 29. August, auf dem Kampshof der Familie Ingenerf, Uedemerfelderweg 11 statt. Der Eintritt ist frei, Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Stoppelfeld, das auch für die Vorführungen genutzt wird.
Im Zentrum stehen natürlich die friedlichen Kolosse, die mit ihrer ungeheuren Kraft so lange treu im Dienste des Ackerbaus standen. Neben der Arbeit mit historischen Geräten steht am Sonntagnachmittag auch ein Zug-Leistungswettbewerb auf dem Programm: Dabei müssen die sanften Riesen eine Art Schlitten ziehen, auf den alle drei Meter eine Person aufspringt. Das Pferd zieht so lange, bis die Personenlast zu groß wird. Am Ende wird das Tier zum Sieger erklärt, das die meisten Personen fortbewegen konnte. Während beim Zugwettbewerb viel Kraft gefragt ist, steht beim Trabrennen vor allem die Schnelligkeit im Mittelpunkt. Außerdem können die Besucher einem Hufschmied dabei zusehen, wie er ein Kaltblutpferd beschlägt. Und wenn die Stimmung gut ist und sich genügend starke Männer finden, wird vielleicht auch wieder ein Seilziehen angesetzt: 20 Männer gegen ein Kaltblut. Auch für die kleinen Gäste ist einiges geplant: So bieten die Kaltblutfreunde Ponyreiten an, Fahrten mit einer historischen Schlagkarre und eine Strohburg. Für das leibliche Wohl der Besucher wird bestens gesorgt sein. Der Eintritt ist frei.
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