Goch: Nach der Windhose: "Kinder in Lebensgefahr"
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 21.07.2010 - 14:43Goch (RPO). Der Tornado über Goch und die Folgen: Am Mittwoch kann aller Voraussicht nach die Pfalzdorfer Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dass sie so (vermeintlich) lange gesperrt war, hatte seine Gründe.
Torsten Matenaers, Sprecher der Stadt Goch, gestern auf Anfrage der RP: "Mit dem Beseitigen der herabgefallenen Äste und umgestürzten Bäume war es ja nicht getan. Jeder Baum muss vom Team des Kommunalbetriebs auf seine Sicherheit kontrolliert werden."
Hubwagen und "Baumkletterer"
Dafür wurden, beispielsweise an der Pfalzdorfer Straße, Hubwagen eingesetzt, um die Mitarbeiter bis hinauf in die Kronen zu hieven. Dafür wurden aber auch "Baumkletterer" engagiert, die äußerst geschickt und geübt bis hinauf in besagte Baumkronen stiegen, um nachzuschauen, ob es da noch verborgene, von unten nicht sichtbare, aber gefährliche Beschädigungen gibt. "Denn nicht das, was unten am Boden liegt und erkennbar Behinderungen verursacht, bedeutet Gefahr, sondern das, was noch von oben herunter fallen kann", so Matenaers. Dennoch gab es schon Ungeduldige, die sich darüber beschwerten, dass beispielsweise die Pfalzdorfer Straße noch nicht frei sei. Und es gibt noch eine andere Art von Ungeduld, eher sträflicher Leichtsinn. Matenaers: "Tag für Tag werden beispielsweise die Sperrschilder, das Flatterband und die Absperrbaken an den Zugängen des Stadtparks zur Seite geschoben, niedergetrampelt oder weggenommen. Das ist unverantwortlich, denn da kann nach wie vor Lebensgefahr drohen." Besonders erschütternd sei es, wenn man beobachte, dass Eltern ihre Kinder selbst in Lebensgefahr brächten – indem sie sie in den Stadtpark schickten, zum Spielen. "Daher weisen wir nochmals in aller Deutlichkeit darauf hin, dass das Betreten des Stadtparks verboten ist", so Matenaers gestern. Auch da werde noch kontrolliert, gesägt, gesichert, aber das dauere halt.
Wie viele Bäume zerstört oder beschädigt, wie hoch der Schaden sei – das könne noch lang niemand beziffern. Zeit zum Zählen habe noch niemand gehabt.
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