Uedem: Nato: Startschuss für Raketenschild in Uedem
zuletzt aktualisiert: 27.01.2011 - 19:31Die Nato hat nach eigenen Angaben den ersten Schritt zum Aufbau des geplanten Raketenschildes vollzogen. Dazu hat sich am Donnerstagmittag eine hochkarätige Truppe von Militärs und Nato-Diplomaten am CAOC-Standort Uedem getroffen.
Wie die Allianz in Brüssel mitteilte, wurden in Uedem mit Hilfe einer Computersimulation die ersten Fähigkeiten den zuständigen Nato-Kommandeuren zur Verfügung gestellt. Dabei geht es insbesondere um eine technische Verbindung zu den nationalen Abwehrkapazitäten.
Der Nato-Raketenschild soll schrittweise bis zum Jahr 2020 aufgebaut werden, um die aufkommende Bedrohung mit ballistischen Raketen abzuwehren. Dabei geht es aber nicht um den Aufbau komplett neuer Strukturen, sondern primär um die Zusammenlegung bisheriger Abwehrfähigkeiten der einzelnen Nato-Mitgliedsstaaten. Vorgesehen ist ein neues Führungs- und Informationssystem, das ein Nato-einheitliches Lagebild erstellt und im Bedrohungsfall auf die Fähigkeiten der einzelnen Ländern zugreifen könnte.
147 Millionen Euro
Die Kosten für den Raketenschild werden in Nato-Kreisen auf 147 Millionen Euro veranschlagt. Hinzugerechnet werden müssen aber die Kosten für bereits beschlossene Programme zur land- und seegestützten lokalen Flugkörperabwehr mit einem Umfang von 781,6 Millionen Euro.
Uedem ist seit April 2006 ein taktischer Gefechtsstand der Nato. Das heißt, das CAOC plant, führt, beauftragt und koordiniert die Luftoperationen aller ihm zugeordneten Kräfte der Nato im Frieden, Krisen und Konflikten. Der Verantwortungsbereich erstreckt sich von den Niederlanden bis Estland, von den Alpen bis zur Ostsee und umfasst den Luftraum von insgesamt zehn Nationen.
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