Goch: Neue Heimat für Blauröcke
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 03.10.2011Goch (RP). Der Grundstein für das neue Gerätehaus der Löschgruppe Nierswalde der Freiwilligen Feuerwehr Goch wurde gelegt. Kosten des Projektes: rund 300000 Euro. Fertigstellung: Mitte 2012.
Es war perfektes Grundsteinlegewetter. Lediglich der zum feierlichen Prozedere zugehörige Schnaps schien offenbar dem einen oder anderen Offiziellen ein wenig zu hochprozentig zu sein.
Hätten sie das eher gewusst, wären die kleinen Gläser samt Inhalt vermutlich gleich mit in die Zeitkapsel gepackt worden. So aber fanden nur die Klassiker wie Geldmünzen und aktuelle Zeitungsausgaben ihren Weg in die Röhre, deren Einbetonierung den feierlichen Baubeginn des neuen Gerätehauses für den Löschzug Nierswalde bedeutete.
Im städtischen Haushaltsplan, dem Doppelhaushalt 2010/2011, ist im Bereich Investitionen im "Hochbau" Folgendes zu lesen: Da geht es zunächst um den Erweiterungsbau für die Ganztagsbetreuung an der Liebfrauenschule, Räume für die Don-Bosco-Schule, die neue Mensa am Gymnasium, Brandschutzmaßnahmen bei der Stadtbücherei, die Sanierung des Dachstuhls am Platzhaus in Asperden und dann ist der letzte Punkt veranschlagt: "Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Nierswalde mit dem 2. Teilbetrag in Höhe von 84 000 Euro". Dieser Betrag mal vier genommen ergibt die geschätzten Gesamtkosten für den Neubau, gut 300 000 Euro.
Die Platte
Nach der Einbetonierung der Zeitkapsel mit den Münzen und Dokumenten sorgte Karl-Heinz Otto mit einem kräftigen Tritt auf die Platte für den nötigen Halt. Zuvor hatte noch ein älterer Herr im Publikum seinem Nachbarn schelmisch mitgeteilt, er werde "das da alles heute Abend wieder rausholen und bei ebay verticken". Ein Vorhaben, das der Bürgermeister, obschon er den Plan des Nierswalders nicht gehört hatte, mit dem beherzten Tritt zunichte machte. Nüchterner Kommentar des Nachbarn: "Jetzt nich' mehr."
Neubau am Dorfplatz
"Mitte des nächsten Jahres", schätzte Bürgermeister Karl-Heinz Otto in seiner Rede, "wird das moderne Gebäude fertig sein." Dabei war Mitte ein gutes Stichwort, wird sich die neue Heimstätte der Blauröcke doch auch künftig wieder im Zentrum des rund 1000 Einwohner zählenden Ortsteils befinden.
Gleich am Dorfplatz, wo schon das alte Gerätehaus stand, werden die zwei Hallen sowie die Schulungsräume künftig für die derzeit 21 Aktiven des Löschzugs zu finden sein. Dabei ist der Neubau eine Investiton, "die zwingend erforderlich war", so Stadtbrandinspektor Georg Binn, der wenig später auch das fachmännische Versenken der Zeitkapsel übernahm.
Warum zeigt ein kurzer Blick in die Historie. Im Mai 1952 wurde die Feuerwehr Nierswalde gegründet und bereits zwei Jahre darauf das jüngst abgerissene Gebäude errichtet. Hier befanden sich bisher das Depot und der Ort, an dem die Aus- und Fortbildungsveranstaltungen stattfanden.
Doch die Räumlichkeiten waren schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, und so geht nun ein langgehegter Wunsch der Feuerwehrfrauen und -männer in Erfüllung. "Hier entsteht eine neue Heimat mit optimalen Voraussetzungen für Ihr ehrenamtliches Engagement", versprach Otto abschließend den selbstverständlich in Uniform angetretenen Brandbekämpfern.
Dafür, dass auch sie bei den sommerlichen Temperaturen nicht allzu sehr ins Schwitzen kamen, sorgte anschließend der Bierstand. Gelöscht wurde demnach zunächst nur der Durst.
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