Goch: Neuer Polizeichef in Goch
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 24.01.2011 - 11:51Goch (RPO). Heinz van Baal, ein Jahrzehnt das Gesicht der Kreis Klever Polizei, geht: Er übernimmt in einigen Tagen die Leitung der Wache in Goch. Sein Vorgänger Bernd Lührsen leitet bald die Wache in Geldern.
Heinz van Baal ganz vorn und manchmal auch dezent im Hintergrund. Bei der Pressekonferenz, beim schrecklichen Unfall, druck- und sendereif redend, unbeeindruckt davon, ob ihm gerade noch jemand ein weiteres Mikrofon vor die Nase hält oder eine Kamera surrt. Heinz van Baal, das Gesicht der Kreis Klever Polizei. Runde zehn Jahre war er der erste Öffentlichkeitsarbeiter der Ordnungshüter, verkündete schlechte, sehr schlechte, traurige und ganz schön oft auch gute Nachrichten. Für den gebürtigen Kranenburger, der längst als Gocher gilt, als Kesseler, genau genommen, ist diese ganz und gar öffentliche Arbeit, die seinen Namen (und sein Gesicht) weit über den Kreis hinaus bekannt gemacht hat, fast Vergangenheit. Denn Heinz van Baal wird (wie er gestern auf RP-Anfrage knapp bestätigte) Mitte kommenden Monats Leiter der Polizeiwache in Goch.
Das ist die Kreispolizei
Die Kreispolizeibehörde Kleve umfasst das Gebiet von 16 Städten und Gemeinden. Es sind dies die Städte Kleve, Geldern, Goch, Emmerich am Rhein, Rees und Kevelaer sowie die Gemeinden Uedem, Weeze, Issum, Straelen, Kerken, Rheurdt, Wachtendonk, Kranenburg, Bedburg-Hau und Kalkar. Der gesamte Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über eine Fläche von 1232 Quadratkilometern mit 3560 Kilometern Straße. Und mit 135 Kilometern Grenze zu den Niederlanden.
Van Baal wird's gehen wie so vielen. Er wird von einem weinenden und einem lachenden Auge sprechen. Die Arbeit als "Frontmann" vor den Medien hat er immer gerne gemacht, vielleicht wird er sie vermissen, in der ersten Zeit besonders. Aber die Arbeit als Chef in Goch sei, wie er gestern einräumte, für ihn auch eine schöne Sache – "zumal ich damit beruflich zurückkehre zu meinen Wurzeln". Und er arbeitet in der Stadt, die längst Heimat wurde. Die Nachricht kam gestern völlig überraschend – zumal die RP erst vor knapp einem Jahr Bernd Lührsen als neuen Leiter der Polizeiwache Goch vorgestellt hatte. Auch für ihn galt: zurück in die Heimat. Eigentlich wollte Lührsen bis zu seiner Pensionierung dort bleiben, sagte er. Und er meinte das auch genau so. Aber: Es kam anders. Die Kreispolizeibehörde trauerte im vergangenen Sommer um Friedhelm Philipp. Der Erste Polizeihauptkommissar, Leiter der Polizeiwache Geldern, war im Alter von nur 59 Jahren verstorben. So stand die Kreispolizeibehörde, sprich, Landrat Wolfgang Spreen vor der Aufgabe, den Posten in Geldern möglichst schnell mit einem Nachfolger zu besetzen, der "von hier" ist, der sich gut auskennt. Die Wahl fiel auf Bernd Lührsen. Und damit gewann das Personalkarussell an Fahrt: Die Stelle in Goch war, ganz anders als ursprünglich geplant, plötzlich frei.
"Ja" gesagt
War. Denn Heinz van Baal entschied sich, "ja" zu sagen. Gut fünf Jahre hat er noch bis zu seiner Pensionierung und die möchte er dann auch dienstlich in seiner Heimatstadt Goch verbringen. Die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit verwaist dadurch nicht: Manfred Jakobi, mit dem sich van Baal bislang die Arbeit teilte, wird dem Vernehmen nach erst mal allein die ganze Arbeit bewältigen müssen, bis für van Baal ein Nachfolger gefunden ist.
Öffentlichkeit – die hat Heinz van Baal weiterhin. Denn sein Amt als Stadtrat in Goch, als CDU-Vertreter des Dorfes Kessel wird er natürlich beibehalten. Polizeibeamter und Stadtrat in derselben Kommune – geht das? Es wird gehen, denn der Pressesprecher und der Stadtrat, die "kollidierten" ja in den vergangenen Jahren auch nicht...
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