Goch: Nierswege unter Wasser
VON ANJA SETTNIK UND GABRIELE KRAFFT - zuletzt aktualisiert: 17.11.2010Goch (RPO). Im Weezer Tierpark sind einige Weiden überflutet und wie in Goch Spazierwege an der Niers unpassierbar. Das Hochwasser des Flusses ist durch die starken Regenfälle innerhalb weniger Tage extrem angestiegen.
Land unter für Spaziergänger an der Niers: "Die Wege sind zum großen Teil überflutet", bestätigte Gochs Stadtsprecher Torsten Matenaers gestern auf RP-Anfrage, Wandern am Fluss sei derzeit nicht möglich. "Ansonsten haben wir keine massiven Sperrungen in der Stadt."
Das Wasser an der Susmühle stehe zwar hoch, aber nicht extrem. Und während die Kollegen von der Feuerwehr am Wochenende beispielsweise im Ruhrgebiet aufgrund des Dauerregens alle Hände voll zu hatten, blieb es in Goch bei einem Einsatz am Samstag in Asperden. Matenaers: "Da hatte sich Wasser in einer Senke gesammelt und ein Keller war voll gelaufen. Der musste ausgepumpt werden."
Seenlandschaft
Eine riesige Seenlandschaft hat sich am Ufer der Niers im Bereich des Ostrings gebildet. Fast bis an die Bebauung, die jedoch deutlich höher liegt und deshalb ungefährdet ist, breiten sich die Fluten aus. Bis heute soll nach Angaben des Niersverbands der Wasserstand ansteigen. Die Wanderwege an der Niers sind gesperrt; die Abgänge münden im Wasser.
Gehege geflutet
In Weeze ist derweil der beliebte Spaziergang durch den Tierpark nur noch sehr eingeschränkt möglich. Das Niers-Hochwasser hat dazu geführt, dass nicht nur die Gehege der Tiere überflutet sind, sondern auch Gehwege. Während die Menschen dem Problem aus dem Weg gehen können, müssen sich die Bewohner des kleinen Zoos irgendwie arrangieren.
Theo Erretkamps als Betreuer des Tierparks sah sich die Situation sorgenvoll an. "Wenn das Wasser noch weiter ansteigt, müssen wir einige Bereiche evakuieren. Das wäre ziemlich aufwändig." Dabei denkt er vor allem an die Ponys und Esel. Nach Auskunft des Niersverbands ist der Scheitelpunkt noch nicht erreicht. "Insbesondere für den Bereich von Kevelaer bis Goch-Kessel ist wegen der vielen Zuflüsse mit einem weiteren Anstieg bis Wochenmitte zu rechnen", sagt Sprecherin Margit Heinz.
Die Tierpark-Hirsche drängen sich in der Nähe ihres Stalls zusammen und recken die Köpfe den Besuchern entgegen. Das hat zum einen mit der anstehenden Fütterung zu tun, zum anderen aber auch damit, dass sie sich vom Wasser in die Enge getrieben fühlen: "Ein paar Tage lang geht das so, aber dann muss Besserung her, sonst werden die Tiere unruhig", weiß Erretkamps.
Tierarzt Klaus Immel, Vorsitzender des Fördervereins und fachlicher Berater, erklärt: "Die Rothirsche können mit der Feuchtigkeit gut umgehen, Sümpfe gibt's in ihrem natürlichen Lebensbereich ja auch. Für die Damhirsche ist die Situation schwieriger." Um die Ziegen im Streichelzoo müssen sich die Betreuer keine Sorgen machen: Dieser Bereich liegt ein wenig höher. "Im Jahr 2003 war es mal so schlimm, dass wir einige Tiere umsiedeln mussten", erzählt Erretkamps. Das wäre inzwischen leicht zu machen: Die neuen Weiden Richtung B 9 stehen als Ausweichquartiere zur Verfügung.
Für Gärtnereibetriebe und Landwirtschaft sind die Wassermassen ärgerlich bis wirtschaftlich schädlich. Einige Außenkulturen versinken im Schlamm, Erntemaschinen (etwa für restlichen Mais oder Rüben) können nicht auf die Felder, berichtet Heinz Lax, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern.
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