Goch: Orgel für Maria Magdalena
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 16.03.2012Goch (RP). Vor einem Jahr gründete sich der "Orgelbauverein St. Maria Magdalena". Inzwischen sind 219 000 Euro zusammen gekommen, also ein Drittel der benötigten Summe, um das Provisorium gegen eine neue Pfeifenorgel zu tauschen.
In sechs Jahren soll es so weit sein, hofft Günter Hoebertz. "Dann möchte ich gern mit der Gemeinde Orgelweihe in St. Maria Magdalena feiern", sagt der Arnold-Janssen-Pfarrer. Und so wie es derzeit aussieht, handelt es sich dabei nicht um den sprichwörtlichen "frommen Wunsch", sondern um eine realistische Einschätzung.
Vor gut einem Jahr wurde der "Orgelverein St. Maria Magdalena" gegründet, heute lässt sich auf der Internetseite orgelbauverein.st-arnold-janssen.de der "aktuelle Projektstand" ablesen: 219 000 Euro sind bisher zusammengekommen. "Das ist rund ein Drittel der benötigten Gesamtsumme", klärt Hoebertz auf. Am Ende sollten es insgesamt etwa 670 000 Euro werden, um das Provisorium, das seit dem Kirchturm-Einsturz von 1993 für die Beschallung der Kirche sorgt, zu ersetzen.
Ostergeschenk
Ob die Marzipanorgel oder das Orgeltröpfchen nun zu Ostern verschenkt werden, zum Geburtstag oder einfach nur so: es ist immer für einen guten Zweck, denn der Erlös fließt in die künftige Pfeifenorgel der Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Die Orgel aus reinem Marzipan kostet 9,50 Euro, der Weißwein aus dem Frankenland pro Literflasche 7,50 Euro. Erhältlich sind beide ab sofort im Pfarrbüro Goch.
Nicht nur das Baugerüst auf der Empore, das die Lautsprecher der elektronischen Behelfs-Orgel beheimatet, ist solch einem traditionsreichen Gotteshaus nicht angemessen, nein, auch der Klang ist verbesserungswürdig. Wie Norbert Oeser, Gründungsmitglied des Vereins schon vor einem Jahr sagte: "Die jetzige Orgel tut ihren Dienst, klingt auch wie eine Orgel, aber eine Pfeifenorgel ist doch etwas ganz anderes." Gemeinsam mit Pfarrer Hoebertz setzte man sich zusammen, wenig später wurde der Orgelbauverein aus der Taufe gehoben. Seitdem wird gesammelt.
Die 219 000 Euro, die bislang auf der Haben-Seite stehen, setzen sich zum einen aus Spenden zusammen, zum anderen flossen auch die Gelder aus dem Opferstock mit ein. "Wir sind auf einem guten Weg", betont Hoebertz und verkündet bei der Gelegenheit gleich eine Neuerung: "In diesen Tagen beginnt der Verkauf von unserem Orgeltröpfchen und der Marzipanorgel." Das eine ist ein fruchtiger, halb trockener Weißwein aus Franken, das andere eine in Zusammenarbeit mit dem Gocher Hans Grüntjens entstandene Leckerei. Marzipan in Pfeifenorgelform. Und beides sehr bekömmlich, wie der Pfarrer glaubhaft versichert. Pate hierfür stand eine Spielzeugorgel. Denn wie die neue aussehen wird, ist noch nicht bekannt. "Es gibt einige Vorschläge, die der Verein bei verschiedenen Orgelbauern eingeholt hat und auf dieser Basis wurde dem Kirchenvorstand eine Empfehlung abgegeben." Der sichtet und prüft nun.
In seinem Vorhaben unterstützt wird der Orgelbauverein zudem von den Steyler Missionaren. Als sie von den Plänen erfuhren, für die Taufkirche des Ordensgründers eine Orgel zu kaufen, hätten sie sich sofort solidarisch gezeigt, so Hoebertz. Ob sich das letztlich auch finanziell auswirkt, wird sich zeigen. Jetzt können sich erst einmal die Gocher mit Orgelwein und -marzipan versorgen (ein schönes Ostergeschenk) und so für die Gemeinde einen weiteren Schritt in Richtung Pfeifenorgel machen.
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