Goch: Pfalzdorf bewegt was
VON GABRIELE KRAFFT - zuletzt aktualisiert: 20.03.2008Goch (RPO). Mit bis zu 100 Teilnehmern gehören die Rad- und Wanderfreunde Pfalzdorf zu den größten und aktivsten Senioren-Gruppen in der Region. Jetzt haben sie erstmals eine eigene Broschüre für 2007 erstellt. Ein dickes Heft.
Goch-PFALZDORF Eine fröhliche Gemeinschaft, eine riesige dazu. Ökumenisch, ehrenamtlich, unabhängig. Und regelmäßig auf Achse. „Das ist kontinuierlich gewachsen, wie in einer großen Familie“, sagt Leiter Heinz Großbongardt mit einem herzlichen Lächeln. „Und es wächst immer noch.“ Zusammen mit Johann Vehreschild und Hans Lamers (68) gehört der frühere Schichtleiter bei Bayer in Uerdingen zu den Mitbegründern der Gruppe. Die wurde vor rund sieben Jahren innerhalb der KAB Pfalzdorf ins Leben gerufen, ging bei der ersten Radtour mit 21 Teilnehmern an den Start und machte sich zwei Jahre später innerhalb der Pfarrgemeinde St. Martinus selbstständig.
Leitmotiv
„Gemeinschaft geben – Gemeinschaft erleben“ ist das Leitmotiv der Rad- und Wanderfreunde. Keine Floskel, sondern aus christlichem Geist heraus gelebte Wirklichkeit, die auch Alleinstehende aus ihrer Isolation herausholt. Alle duzen sich, unterwegs wird munter geplaudert. „Da haben sich echte Freundschaften gebildet.“ Die meisten der bis zu 100 Mitstreiter sind über 65 Jahre alt, die ältesten über 80, fast alle Berufe sind vertreten. Zweimal im Monat geht es bei jedem Wetter entweder zu Fuß gute acht Kilometer durch die niederrheinischen Lande, oder es werden 35 Kilometer mühelos mit dem Rad gemeistert.
40 Veranstaltungen
Die Rad- und Wanderfreunde von St. Martinus Pfalzdorf sind kein Verein, verfügen aber über eine Satzung und ein Team an der Spitze. Das besteht aus Leiter Heinz Großbongardt, seinem Stellvertreter Helmut Peters, Kassierer Klaus Peter Megens und Stellvertreter Josef Tekotte.
Bis zu 40 Veranstaltungen werden jährlich organisiert, drei Reisen bis zu einer Dauer von acht Tagen führen weit über den Niederrhein hinaus beispielsweise ins Erzgebirge oder den Bayerischen Wald. Zweimal im Monat jeweils freitags wird die Umgebung erkundet, im Winter zu Fuß, ansonsten mit dem Rad.
Wer Interesse hat, kann sich an Heinz Großbongardt, Tel. 02823 29130, wenden.
Internet: www.st-martinus-pfalzdorf.de (Gruppen in der Gemeinde).
Übrigens im Wortsinne: Sechs Posten radeln mit roten Warnwesten, sorgen unterwegs für das sichere Passieren von Kreuzungen. Der erste und der letzte sind über Funk miteinander verbunden, falls mal jemand einen Platten hat oder überraschend in die Büsche muss. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, schließt sich auch in der kalten Jahreszeit einer von Helmut Elbers und Berthold Losch organisierten parallel verlaufenden Radtour an. Mancher Senior hat inzwischen in einen Hilfsmotor für sein Gefährt investiert, um weiter dabei sein zu können. Bei der fest eingeplanten Einkehr mit Kaffee und Kuchen oder Brötchen treffen sich dann alle wieder. Überraschung in jedem Fall inklusive. „Ich sage vorher nie, wo es hingeht“, sagt Heinz Großbongardt schmunzelnd.
Jede Tour wird vorher getestet, alles ist bestens durchgeplant. Das gilt ebenso für die Jahresausflüge, „egal wohin“. Heinz Großbongardt und Ehefrau Annemarie gucken sich Hotels und Gegend an, handeln Preise aus, investieren viel Zeit in die Vorbereitung. Diese Testfahrt ist für beide auch ein Stück Urlaub. Transport und Unterbringung so vieler Menschen – bei der acht-Tages-Fahrt sind immerhin rund 70 Leute dabei – ist eine echte Herausforderung fürs Ehrenamt. Und beeindruckt noch in der Fremde: „Das ist alles in einem Bus gewesen?“, staunte jedenfalls eine Frau in Karlsbad beim Anblick der Gemeinschaft.
Historisches
Staunen kann der Betrachter beim Anblick des von Willi Lörcks gestalteten, erstmals herausgegenen Heftes. Das zeigt unter dem Titel „Historisches 2007“ anschaulich und mit etlichen Bildern, wie viel Bewegung allein in einem Jahr Platz hat.
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