Goch/Kevelaer: Pilgerzeit ist eröffnet
VON ISABEL QUELL - zuletzt aktualisiert: 03.05.2010 - 10:47Goch/Kevelaer (RPO). Wenn die Pilger an ihrem Ziel, dem Gnadenbild im Wallfahrtsort Kevelaer, angekommen sind, fühlen sich die Gläubigen Gott besonders nah. Samstag wurde die Wallfahrtsaison an der Pilgerpforte offiziell eröffnet.
Die Fahnen der Kolping-Familie wehten zur Eröffnung der Pilgerpforte leicht im Wind und raubten so manchem Besucher die freie Sicht auf das Geschehen an der Pforte der Basilika. Der Rektor der Wallfahrt, Stefan Zekorn, bat die Kolping-Teilnehmer daher zunächst, für etwas mehr Sicht zu sorgen, dann konnte die feierliche Eröffnung, die traditionell am Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten" stattfindet, losgehen. Felix Genn, der im vergangenen Jahr zum Bischof von Münster ernannt wurde, eröffnete die Wallfahrtsaison offiziell mit Hammerschlägen auf das große Bronzetor und sprach dabei die Worte: "Öffnet die Türe unserem Erlöser Jesus Christus".
"Beten für die schwierige Zeit"
Viele Besucher hatten sich bei freundlichem Sonnenschein vor der Pforte versammelt und beobachteten das Ereignis. In der Basilika selbst war schon lange vor der Eröffnung kein freier Platz mehr zu finden. Bischof Genn, der sein Amt 2009 zu spät angetreten hatte, um schon die vorangegangene Wallfahrtszeit in Kevelaer zu eröffnen, freute sich besonders über die Anwesenheit zahlreicher Besucher aus seiner Heimat und erbat im Gebet die Reinigung der Sünden der Pilger.
Die katholische Kirche ist in den vergangenen Wochen vermehrt in die Schlagzeilen geraten. Der Bischof sprach zwar die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen nicht konkret an, wohl aber die schwierige Zeit, in der sich die Kirche derzeit befindet: "Ich bitte Sie darum, in dieser schwierigen Zeit für die Kirche zu beten". Den Kerzensegen erteilte der Bischof während des Pontifikalamtes der Seelsorgeeinheit Isselburg sowie der Kolping-Familie.
Traditionsreiches Datum
Da die Pilgersaison traditionell am 1. Mai, im weltlichen Leben der Tag der Arbeit, eröffnet wird, fügte Bischof Genn seiner Predigt eine besondere Fürbitte hinzu und bat darum, "dass besonders Jugendliche Hoffnung und Zuversicht durch konkrete Hilfen erfahren."
Allein für die erste Wallfahrtswoche haben sich in Kevelaer über 50 Pilgergruppen angekündigt. Als Geschenk überreichte Bischof Genn dem Rektor der Wallfahrt, Stefan Zekorn, einen Bischofsring aus dem Nachlass von Papst Johannes Paul II., der Christus als den guten Hirten zeigt.
Auch in diesem Jahr werden neben den üblichen Pilgergruppen auch die "besonderen" wie die Motorradwallfahrt oder die Tamilenwallfahrt stattfinden. "Besonders" ist wegen ihrer zahlenmäßigen Größe auch stets die Bocholter Fußprozession.
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