Goch: PS-Wunderland Kalkar
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2008Goch (RPO). Zwei Tage lang verwandelte sich der Freizeitpark in ein wahres Paradies für Freunde des Motorsports. „Speed & Fun Energy“ hieß das Spektakel mit atemberaubenden Shows auf dem Motorrad oder dem Traktor.
kalkar Wenn Steven Fransen aus Belgien auf sein Motorrad steigt, dann wird es garantiert spektakulär. Auf seinem T-Shirt steht „Ride it like ya stole it!?“ „Fahr es, als wenn du es gestohlen hättest!?“, ein Slogan, den der Belgier nicht nur zur Imagepflege auf dem Rücken trägt. Unter seinem feuerroten Helm ragen blonde Rastalocken hervor, seine athletischen Arme sind durch schwarze Schoner geschützt. Wenn Fransen alias „Bleuk“ richtig Gas gibt, dann fällt dem Durchschnitts-Motorradfahrer die Kinnlade runter, als hätte er einen Geist gesehen.
Die Gänsehaut
„Bleuk“ beherrscht sein Spezial-Motorrad wie kein anderer, der klassische „Burnout“ ist für ihn nur eine simple Aufwärm-Übung. Wenn er den Reifen durchdrehen lässt, dann quietscht der nicht nur, er kreischt so ohrenbetäubend, dass man es kaum aushält. Ein Geräusch, das jedem Mann eine Gänsehaut beschert und jede weibliche Begleitung entsetzt zum Weggdrehen zwingt.
Die Besucher des „Speed & Fun Energy“-Events im Wunderland Kalkar wurden am Wochenende Zeuge der atemberaubenden Show von Steven Fransen. Zwei Tage lang verwandelte sich das Gelände vor dem Hotel des Wunderlandes in ein Paradies für alle Freunde des Motorsports. Die Demonstration des Belgiers, der auf seinem Motorrad praktisch alles kann, was der Durchschnittsfahrer noch nicht mal auf einer Turnmatte hinbekommt, war einer der zahlreichen Programmpunkte.
Egal ob einhändig, freihändig, auf dem Vorderrad, auf dem Hinterrad, rückwärts-sitzend oder mit den Beinen in der Luft, „Bleuk“ zeigte sein ganzes Repertoire. Und auch die anderen Motorsportler, die überwiegend aus den Niederlanden nach Kalkar kamen, zeigten den Zuschauern allerhand Skurriles, Gefährliches und Atemberaubendes. Die Traktoren zum Beispiel, besser gesagt das, was früher mal Traktoren gewesen sein sollen. Mit Turbinen bestückt, werden die stählernen Kolosse vor dem Start dermaßen laut, dass man glaubt, man stünde neben einem Düsenjet und hätte gleichzeitig eine Kreissäge am Ohr.
Oder die „Drifter“: Wie der Name schon sagt, driften die aufgemotzten Karossen im Höllentempo um die Kurve, ähnlich wie in einem Hollywood-Streifen, in dem das Verbrecher-Auto vor der Polizei flüchtet. Nebenbei lassen die Fahrer gerne mal die Hinterreifen ihrer Lieblinge durchdrehen, bis diese sich zu einer Staubwolke pulverisieren, die das Atmen für Nebenstehende unerträglich macht und jeden Umweltschützer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt - doch das alles nimmt man gerne in Kauf, wenn man die beeindruckenden Kunststücke der Fahrer mit eigenen Augen miterlebt.
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