Goch: Rallye-Spaß im Orient
VON GABRIELE KRAFFT - zuletzt aktualisiert: 07.01.2011Goch (RPO). "Team West" goes Nahost: Die Allgäu-Orient Rallye steckt voller Abenteuer. Sechs Niederrheiner sind 2011 dabei. In drei alten Autos, die im jordanischen Amman für einen guten Zweck verkauft werden.
Mit einem Vehikel, das mindestens 20 Jahre auf den Kotflügeln hat, kann schon die rund elf Kilometer lange Fahrt von Uedem nach Kevelaer zum Abenteuer geraten. Von Oberstaufen bis Amman sind es mehr als 6500, die Tour führt über den Balkan, Griechenland, die Türkei und Syrien nach Jordanien. Da beruhigt es doch ungemein, dass mit Martin Mölders aus Uedem ein waschechter Kfz-Meister "Team West" verstärkt.
"Ein sinnvoller Spaß, kein sinnloser" kommentiert Thomas Momsen die Rallye, die am 30. April 2011 zum sechsten Mal in Oberstaufen startet. Schließlich dient sie einem guten Zweck. Der 40-jährige Fotograf aus Uedem hat zusammen mit Niels Gieskes aus Labbeck vor einigen Jahren bereits in Syrien gute Erfahrungen sammeln können; dreieinhalb Wochen waren die beiden damals mit dem Motorrad unterwegs.
Spenden
Neben den Autos müssen Rückflugtickets und Nebenkosten wie Zollpauschale, Versicherung, Visa etc. finanziert werden. Auch für Sachspenden wie beispielsweise eine einheitliche Teamkleidung wäre "Team West" dankbar.
Wer die Gruppe bei den Rallye-Vorbereitungen unterstützen möchte, kann sich an Thomas Momsen in Uedem, Tel. 01795093903, wenden.
Infos im Internet: www.niederrhein2orient.de www.allgaeu-orient.de
"Ich bin nicht wirklich nervös, da runter zu fahren. Die Menschen sind super gastfreundlich und nett", weiß Momsen. Neben Gieskes und Ute Claus (Labbeck) vervollständigen Markus van Laak und Joerg van Koeverden aus Goch die Mannschaft für die Antwort auf die Rallye Paris-Dakar.
Startnummer 8
"Das Team hatten wir ruckzuck zusammen", erzählt Momsen. Um 3.33 Uhr konnte man sich in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 2010 anmelden, innerhalb von fünf Minuten hatten sich 245 Teams eingetragen. Da nur 100 dabei sein können, spielte für Momsen und seine Freunde das Glück mit: Sie haben die Startnummer 8.
Die Regeln sind so abenteuerlich wie die gesamte Tour, die sich bei näherem Studium als "Low-Budget-Rallye" entpuppt. Ein Team gleich drei Autos (Motorräder sind ebenfalls möglich) und sechs Leute. Die Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre alt oder dürfen maximal 1111,11 Euro wert sein. Mautstraßen und Autobahnen sind ebenso tabu wie Navis. Übernachtet wird im Auto, im Zelt oder in einer Unterkunft, die nicht mehr als 11,11 Euro kostet.
Der Sieger bekommt ein Kamel, das im Lande bleiben darf und zwar nicht allein der Quarantäne wegen. In der Regel wird der Preis einem jungen Beduinen oder Farmer zur Verfügung gestellt. Ohnehin ist das Tragetier nicht das Beste am Erfolg, sondern die Aussicht auf die Siegerehrung reicht als Motivation vollständig aus: Die übernimmt nämlich mit Königin Rania von Jordanien eine wahre Schönheit. Die Autos werden am Ende der Rallye verkauft, der Erlös fließt dem Welternährungsprogramm zu. "Die Fahrzeuge dienen als Ersatzteile, die Pkw-Einfuhr kostet nämlich unheimlich viel Steuer", so Momsen.
Die erforderlichen drei Rallye-Wagen hat "Team West" inzwischen: Der Audi 100 Quattro gilt als "unkaputtbar" und wenn nicht, wird es der Kfz-Meister schon richten.
Alle Drei müssen entsprechend hergerichtet werden. Dazu gehört beispielsweise die Montage eines Ölwannenschutzes. Wenn alles so weit stimmt, kann's am 30. April losgehen in Oberstaufen (dort wohnen die Ideen-Geber der Rallye). Und wenn am Ziel, nach 6500 Kilometern, Rania huldvoll lächelt, ist das keine Fata Morgana, dann hat man alles richtig gemacht.
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