Goch: Schul-Spaß in den Ferien
VON ANJA SETTNIK UND MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 05.07.2008Goch (RPO). Grundschüler, die am Offenen Ganztag teilnehmen, brauchen oft auch in den Ferien eine Betreuung, weil die berufstätigen Eltern nicht so viel Urlaub haben. Die RP fragte in Kevelaer und Goch nach.
kevelaer / goch Der Offene Ganztag ist eine feine Sache: Hier werden Kinder von berufstätigen Eltern verlässlich betreut. Bloß: Soviel Ferien wie ein Schulkind hat kein Arbeitnehmer. Und das stellt (nicht nur) die Mütter vor ein großes Problem: Wer versorgt die Kinder in den „überzähligen“ Ferienwochen? Seit dem vergangenen Jahr ist diese Frage geklärt: Die Stadt und die beiden Trägereinrichtugnen des Offenen Ganztag, Caritas und AWo, bieten den Grundschülern für sechs der zwölf Ferienwochen im Jahr ein tolles Freizeitprogramm.
Acht Stunden unterwegs
„30 Tage Urlaub stehen dem normalen Arbeitnehmer ja zu, also müssten sechs Wochen mit den Ferien der Kinder überein zu bringen sein“, sagt Nadja Hübinger von der Caritas. Die übrige Zeit muss nicht mehr mit Hilfe von Oma, Opa, Nachbarn überbrückt werden. Statt dessen stehen Schwimmbadbesuche, Basteln und Toben im Kreis der Schulfreunde auf dem Programm. Mit „Schule“ hat das Ganze aber wenig zu tun: Jetzt ist Zeit für Erholung und Entspannung. „Man merkt deutlich, dass die Kinder jetzt keinen Stress haben und ohne Leistungsdruck sind. Sie sind viel umgänglicher als zu Schulzeiten“, sagt Hübinger.
Zeiten und Kosten
Ferienbetreuung ist Sache der Träger und Fördervereine. In Kevelaer ist das Angebot, an dem etwa die Hälfte der Ganztags-Kinder teilnehmen, für die Eltern kostenlos, an der Gocher Liebfrauenschule werden pro Tag fünf Euro inklusive Mittagessen genommen. Während in Kevelaer die ersten drei Wochen der Sommerferien abgedeckt sind, zeigen sich die Gochwer flexibler: Die Eltern können die ganzen Ferien über wochenweise Betreuung buchen.
Sie meint sogar: Je größer die Gruppe, desto disziplinierter sind die Kinder. Entsprechend sei es gar kein Problem gewesen, mit 130 Jungen und Mädchen ins Freibad zu gehen.
So viele Kinder haben sich nämlich für die Ferienbetreuung der Offenen Ganztagsgrundschule in Kevelaer angemeldet. Aus sämtlichen Grundschulen der Stadt und der Ortsteile kommen die Kinder an der Antonius-Dependance Klinkenberg zusammen.
Hier, im Außenbereich Richtung Twisteden, ist reichlich Platz zum Spielen. Busse holen die Kinder morgens um acht von ihren Heimat-Schulen ab und bringen sie gegen 16 Uhr zurück. Die Grundschüler werden von den selben hauptamtlichen Mitarbeitern betreut wie in der Schulzeit, einige Studenten verstärken das Team.
In Goch hat man sich für eine andere Organisationsform entschieden: Hier managen die Fördervereine der einzelnen Grundschulen die Ferienbetreuung.
Christian Aymans-Weerepas und drei Kolleginnen, ergänzt um eine Praktikantin, bereiten 35 Kindern schöne Ferien mit gemeinsamem Frühstück und Mittagessen, Fußballspiel auf dem schattigen Spielplatz, Marshmellow-Grillen am Lagerfeuer, Holzhäuser bauen und Ausflügen. „Auch in den Ferien haben wir einen pädagogischen Ansatz: Wir möchten, dass die Kinder ein gutes Gruppengefühl entwickeln“, erläutert Aymans-Weerepas.
Bis auf die Don-Bosco-Schule in Asperden, wo der Offene Ganztag erst im nächsten Schuljahr eingeführt wird, machen alle Gocher Schulen ein Betreuungsangebot in der ersten Ferienhälfte. Die Inhalte und Beiträge dafür regeln laut Stadt-Pressesprecher Torsten Matenaers die jeweiligen Träger. „Wir als Stadt zahlen Zuschüsse nur zum Offenen Ganztag generell, nicht für die Ferienbetreuung.“
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