Goch: Schulstart ohne Umarmungen
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Goch (RPO). Die Schweinegrippe beeinflusst trotz ihres milden Verlaufs die Vorbereitungen auf den Start ins neue Schuljahr. Die Kommunen bereiten ihre Schulen vor, um die nötige Hygiene sicher zu stellen. Die Entscheidung fällt am Dienstag.
KLEVE Trotz Schweinegrippe wird der Unterricht an den hiesigen Schulen wohl planmäßig zum regulären Ferienende am Montag, 17. August, beginnen. Eine Entscheidung darüber wird am kommenden Dienstag im Landesgesundheitsministerium getroffen. In den meisten Kommunen laufen bereits die Vorbereitungen, um die Schulen den Maßgaben des Ministeriums entsprechend vorzubereiten. Darin wird unter anderem empfohlen, Einmalhandtücher und Flüssigseife in allen Schulen einzuführen.
Vorsicht beim "Balgen"
"Wir haben bereits in allen Klassenräumen Papierhandtücher und Seifenspende", sagt Annette Wier, Leiterin des Klever Schulverwaltungsamtes. Zum Unterrichtsbeginn sollen alle Schüler darauf hingewiesen werden, die üblichen Begrüßungsrituale zu unter lassen. Also kein Händeschütteln, keine Umarmungen, keine Begrüßungsküsschen. "Enge Kontakte sollten möglichst vermieden werden", rät auch Kreissprecher Eduard Großkämper. Dies gilt übrigens auch fürs "Balgen".
Weitere Hinweise
Die Schulen werden vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und vom Kreis Kleve ständig mit aktuellen Informationen zur Prävention möglicher Ansteckungen versorgt. In dem Schreiben weißt das Schulministerium auf Informationsmöglichkeiten des Robert-Koch-Instituts rund um die Influenza A H1N1 im Internet hin unter www.pandemierisiko.de.
Besondere Maßnahmen sind an den Schulen in Kalkar nicht geplant. Ein Grund zur Panik besteht zur Zeit nicht. Vorsichtig ist die Verwaltung dort dennoch. "Ich habe meine Hausmeister angewiesen, verstärkt zu kontrollieren, dass immer ausreichend Einmalhandtücher und Flüssigseife vorhanden sind", erklärt Andreas Stechling, Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der Stadt Kalkar. Und auch in den Schulen der Gemeinde Kranenburg ist man erstmal auf die Prävention eingestellt. Papiertücher und Desinfektionsmittel seien vorhanden. "Wir haben befolgt, was in der Handreichung des Ministeriums stand", so Schulverwaltungsamtsleiter Manfred Janssen.
"Es geht vielfach wirklich um Hygiene, ums regelmäßige Händewaschen", betont Großkämper. Und es müsse bei den Schülern ein Bewusstsein für die Situation geschaffen werden, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Vom Kreisschulamt als unterer Aufsichtsbehörde gibt es Plakate, mit denen die Schüler gezielt auf ein entsprechendes Verhalten hingewiesen werden sollen. Das begrüßt auch Inge Buntenbroich, Leiterin der Katholischen Bekenntnisgrundschule St. Antonius Hau. Sie hatte bereits selbst mit dem Gedanken gespielt, Plakate mit einem solchen Inhalt zu gestalten – natürlich mit Piktogrammen, damit auch die Schulanfänger sie verstehen.
Georg Seves vom Schulverwaltungsamt in Bedburg-Hau wird sich nächste Woche mit den Schulleitern zusammensetzen. Dann werden die Handreichungen vom Ministerium und vom Kreis besprochen. Er ist davon überzeugt, dass alle nötigen Maßnahmen bis zum Schulstart umgesetzt sein werden. Gleiches gilt auch in der Stadt Goch. Laut Stadtsprecher Torsten Matenaers wurden die Schulen angeschrieben, ihren Bedarf an entsprechenden Desinfektionsmitteln zu melden. Die Sachen werden dann zügig beschafft.
In Uedem macht man sich noch keine Gedanken und will erst einmal die Entscheidung des Gesundheitsministeriums abwarten und dann tätig werden.
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