Goch: Signal gegen den Suff
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 31.01.2008Goch (RPO). Die Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Kevelaer wollen mit Plakaten das Bewusstsein
für Jugendschutz während der Karnevalszeit stärken. Mögliche Störenfriede sollen dadurch abgeschreckt werden.Jugendschutzgesetz
Plakate Die Plakate der Kevelaerer Dehoga-Aktion liegen in der Gaststätte „Haus Klinkenberg“ an der Walbecker Straße 146 aus.
Aushänge Die einschlägigen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes müssen in jeder Gaststätte aushängen. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50 000 Euro rechnen.
Infos gibt es auf der Internet-Seite der Schulungs-Initiative Jugendschutz (www.schu-ju.de), die vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und Importeure gemeinsam mit Fachleuten der Uni Bonn betreut wird.
Kevelaer Nein, einen pöbelnden Gast habe sie noch nie aus dem Schankraum weisen müssen, sagt Christel Schiffer. Solche Leute suchten gutbürgerliche Gaststätten zum Glück selten auf. Doch die Gastronomin aus Kevelaer ist wie viele Kollegen vorbereitet, damit es zu Karneval keine Alkoholexzesse gibt.
Christel Schiffer, Inhaberin der Gaststätte „Haus Klinkenberg“, ist Vorsitzende der Ortsstelle des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Rund 30 Mitglieder zählt die Vereinigung in der Stadt. Sie setzen mit einer Plakataktion ein Zeichen für den Jugendschutz im Karneval.
„Wir haben bereits auf unserer Versammlung im November über das Thema gesprochen“, sagt Schiffer. „Wir haben beschlossen, uns aktiv zu beteiligen.“ In Haus Klinkenberg liegen daher nun Plakate aus, überschrieben „Jugendschutz geht uns alle an!“ Darauf wird übersichtlich erläutert, was Jugendlichen untersagt ist. Zum Beispiel: Wer unter 16 Jahre alt ist, dem dürfen die Wirte keine Alkohol anbieten. Bier und Wein sind ab 16 Jahren erlaubt, Spirituosen und so genannte „Alkopops“ erst ab 18 Jahren. „Leider wird es immer schwieriger, das Alter der Jugendlichen zu schätzen“, sagt Christel Schiffer. „Früher konnte man einigermaßen sicher sagen: Der oder die ist noch zu jung.“ Heute liefen bereits Minderjährige im Look von Zwanzigjährigen herum, von der Kostümierung zu Karneval gar nicht zu reden.
Plakate stehen für Kontrolle
Die Plakate, erklärt Schiffer, sollen ein Signal sein. Sie sollen potenziellen Störenfrieden schon vor dem Betreten des Schankraums sagen: Hier wird kontrolliert, hier könnt ihr keinen Ramba-Zamba machen. „Natürlich wurde früher bei Festen auch kräftig getrunken“, meint die Wirtin. „Aber ich habe schon den Eindruck, dass die Jugendlichen immer früher mit Alkohol anfangen – und extremer als damals.“
Bei allem guten Willen könne natürlich nie ausgeschlossen werden, dass Jugendliche sich die Kante geben. „Es gibt ja das ,Vorglühen’, außerdem verschaffen sich viele einfach den Alkohol über ältere Jugendliche.“ Trotzdem hofft sie auf Resonanz der Aktion, über die Kreise der Dehoga hinaus.
Erfolgreiches Modell
Die Stadt Kevelaer hat mit der Rosenmontagsdisco inzwischen ein erfolgreiches Modell gegen junge Schnapsleichen entwickelt. Außerdem, sagt Christel Schiffer, habe das Ordnungsamt Gastronomen, Kioskbesitzer und andere Geschäftsleute noch einmal schriftlich auf die Jugendschutzbestimmungen hingewiesen.
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