Goch: Stummel: Heilsgeschichte in Bildern
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Goch (RPO). kevelaer Mit ein wenig Phantasie und dem Katalog zur Ausstellung in der Hand können die Kevelaerer und ihre Besucher sich ab sofort ein gutes Bild davon verschaffen, wie die Marienbasilika vor dem Zweiten Weltkrieg aussah. Im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte sind Entwürfe für die neugotischen Fenster zu sehen, die Friedrich Stummel für die Kevelaerer Wallfahrtskirche entworfen hatte. Zu verdanken ist die Ausstellung dem Engagement Emil und Christiane Underbergs.
Das Xantener Ehepaar besucht Kevelaer seit Jahrzehnten regelmäßig und steht in ständigem Kontakt zum Galeristen Heinz Janssen. Der wiederum wusste schon seit längerer Zeit, dass die Vorarbeiten zu den Fenstern, die seit ihrer Herstellung bei der Firma Hein Derix eingelagert waren, verkauft werden sollten. Den Kevelaerern war es ein Anliegen, die Sammlung nicht auseinander zu reißen, entsprechend erleichtert war Janssen, als Underberg beschlossen, die Arbeiten zu erwerben. Sie sollen nicht in Privaträumen „versteckt“, sondern einer interessierten Öffentlichkeit gezeigt werden: Im Priesterhaus ist Platz für die Entwürfe und Kartons. Erst einmal sind sie jedoch im Kevelaerer Museum zu sehen – noch bis zum 2. November. „Friedrich Stummel arbeitete im Geiste seiner Zeit“, betonte Museumsleiter Burkhard Schwering. Über die Aspekte des Stummelschen Bildprogramms informierte zur Eröffnung Weihbischof HeinrichJanssen, dem die Arbeiten des Kevelaerers sowohl aus Münster, als auch vom Niederrhein wohl vertraut sind. „Aus seinen Werken spricht eine großartige Kenntnis der Heiligen Schrift, Stummels Antrieb war, den Menschen das nicht Sichtbare der göttlichen Welt sichtbar zu machen.“ Die Heilsgeschichte erzählend zu illustrieren war sein Anliegen – schon deshalb verbiete sich der Vorwurf, diese Zeugnisse des Historismus seien bloß dekorativ und künstlerisch unbedeutend.
Generell haben Kirchenfenster die Aufgabe, das Licht von außen einzufangen, um die Farben der Kirchenfenster zum Leuchten zu bringen. Die Kunsthistorikerin Astrid Grittan, die thematisch in die Ausstellung einführte, erinnerte daran, dass Stummel, ein Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie, nicht nur Vorlagen für Fenster lieferte, sondern seine Werkstatt auch Wände und Decken gestaltete und Mosaike kreierte. Eigentlich hatte der Kevelaerer auch das Längsschiff ausmalen sollen, doch dazu kam es nicht mehr. Nach Stummels Tod 1919 war die letzte Arbeit, die seine Schüler in der Basilika fertiggestellten, der Chorraum (1926).
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